DBwV
Eure "gewerkschaftliche" Vertretung bei der Bw

Seit dem in letzter Zeit viele Fragen zum Thema aufgelaufen sind, gibt es nun hier eine kompakte Antwort, was der DBwV auch für Euch leisten kann und bedeutet:

Der 1956 gegründete Bundeswehrverband versteht sich als die Interessenvertretung aller Soldaten, ohne Rücksicht auf Dienstgrad, Status oder sonstige Mitgliedschaften. Vom Schützen bis zum 4-Sterne-General sind dort alle gleichwertig. Vertreten werden die Soldaten durch meistens ältere, bereits langgediente Soldaten, oder Ehemalige.

Ihr werdet das erste Mal in eurer Grundausbildung Kontakt zu einem Vertreter des DBwV bekommen. Dies ist dann meist ein Hauptmann oder Stabsfeldwebel a.D. (außer Dienst, d.h. aktives Dienstverhältnis ist beendet), der euch zu einer in der Grundausbildung obligatorischen Informationsveranstaltung einlädt. Diese a.D.'ler sind meist ziemlich locker und freundlich drauf, sie reden mit euch im Prinzip von privat zu privat. Es ist euer Recht, einmal in der AGA eine Einführungsveranstaltung des DBwV zu besuchen. Sofern auf dem Dienstplan vorgesehen, ist die Teilnahme daran auch Pflicht, und muss in eurer Tagesrahmendienstzeit liegen, dafür darf also kein Zusatzdienstplan erarbeitet werden. Auch wenn es in einer harten Grundausbildung manchmal schwer fallen sollte, in dieser knapp zweistündigen Hörsaal-Rödelpause die Augen offen zu halten, so tut es dennoch. Es kann für Euch zu einem späteren Zeitpunkt extrem wichtig sein. In eurer späteren Laufbahn bietet der DBwV auch noch in mehreren Kurzbesuchen Modelle zur Alterssicherung an, was aber meist nur für die Berufssoldaten und andere Längerdienende unter euch von Nöten, oder zumindest interessant ist. Lohnenswert dort hin zu gehen, ist es allemal.

Nun aber zu dem, was der DBwV für euch Aganauten und Gwdl'er tun kann. Er bietet euch die Möglichkeit, sich im Rahmen eurer Grundwehrdienstzeit, aber für mindestens ein Jahr (also FWDL +3) insgesamt, zu versichern. Ihr bezahlt einen einmaligen Jahresbeitrag von 12,80 Euro. Dem überweisungsauftrag beigefügt ist eine selber auszustellende Versicherungspolice, auf der eure zukünftige Mitgliedsnummer vermerkt ist, diesen Abschnitt müsst ihr auf jeden Fall behalten. Es ist ein kleiner, weißer Zettel.

Auch wenn ihr denkt, dass ihr gar kein Mitglied in irgendeinem Verband werden wollt, solltet ihr dennoch beitreten. Es umfasst keinerlei Pflichten, außer dem einmal zu entrichtenden Jahresbeitrag. Den meisten Vertretern des DBwV geht es nicht nur darum, euch auf Provisionsbasis Versicherungen oder Verbandsmitgliedschaften anzudrehen. Diese DBwV-Leute erfüllen ihren Beruf meist wirklich mit ganzen Herzen, aber kommen teilweise rüber wie unseriöse Versicherungsmakler. Nur haben sie absolut recht darin, wie eminent wichtig die Mitgliedschaft im DBwV ist. Nicht nur für euch, sondern auch für alle anderen eurer Kameraden. Denn ein starker Verband, mit vielen (zahlenden) Mitgliedern, vertritt eure Interessen auch viel besser. Ihm ist es zum Teil zu verdanken, das nicht mehr 10, sondern nur noch 9 Monate gedient werden müssen, euer Grund- und Fwdl-Sold drastisch im Vergleich zu vor ein paar Jahren angehoben wurden, die Auslandsvergütungen mehr oder weniger fair gestaltet sind, und nicht zuletzt die Beförderungen schneller erfolgen als noch in den späten Neunzigern.

Eure Vorteile auf einen Blick, warum man einfach Mitglied im Verband werden muss:

Eure Interessenvertretung auf Bundesebene
Ihr seit für 12,80 Euro ein Jahr lang versichert. Dass umfasst alle Schäden an Kleidung und Bw-Material (Was zum Beispiel bei einem Panzer oder LKW sehr teuer werden kann). Wenn man bedenkt, das Mannschaftsdienstgrade bei verschuldeten Unfällen bis zu 3500 € haften, Berufssoldaten unbegrenzt, und diese Versicherungspolice Einzelposten bis 1500 € abdeckt, kann die Mitgliedschaft ein Lebensretter sein.

Ihr habt die Möglichkeit, weitere Leistungen des Verbandes zu nutzen. Wenn ihr Vollmitglied werdet, dann stehen euch mehr oder weniger attraktive Bonusprogramme in der Zivilwirtschaft offen, z.B. 25 % verbilligter Jahresbeitrag beim ADAC, 25 % Nachlass in bestimmten Baumärkten, verbilligte BW-Bekleidung, usw.

Im Auslandseinsatz und bei psychologischen Härtefällen sollte man immer den Verband im Rücken haben, der seine Interessen zur Not auch für nur einen einzigen Soldaten (Dich!) vertritt. Des Weiteren kümmert er sich auch finanziell und in Sterbesummenanerkennungsklagen um Hinterbliebene, d.h. falls ihr im Ausland draufgeht, ist wenigstens eure Familie nicht alleine (mal abgesehen vom Bundeswehrsozialwerk bzw. Familienfürsorgestelle, die aber kaum formale Macht hat).

Der DBwV kann Euch Rechtsbeistand bei Anerkennungsklagen geben, falls ihr während eures Wehrdienstes eine Schädigung erleidet.

Der DBwV leistet auch Rechtsbeistand bei Truppendienst- und Statusrechtlichen Prozessen. Nur soviel dazu: Es wurde noch nie ein Statusrechtlicher Prozess ohne die Hilfe des DBwV gewonnen ("Klage" gegen Degradierung, Beförderungssperre). Dies ist vor allem für Berufssoldaten wichtig.

Nun zu guter Letzt: Das, was Euch am meisten als normaler Gwdl- oder Fwdl'er persönlich betreffen wird. Wenn ihr mal eine Zeltbahn verschlampt, oder die Erdnägel (Heringe) derselbigen, euch ein Loch in euren Nässeschutzjacke BW reißt, oder die Handschuhe im Wald liegen lasst: Persönliche Ausrüstung (Also nicht Waffenkammer-Mat wie Magazine, Splitterschutzweste, Magazintaschen) wird immer über den Dienstweg, also über den VdF oder VdU (Versorgungsdienst- Feldwebel oder Unteroffizier, ganz mutige Spieße setzen mal Stabsgefreite ein) angefordert. Dieser präsentiert euch eine Rechnung für das verlorene bzw. beschädigte Material. Ihr müsst zunächst euren Versorger ausbezahlen, ihm also das Geld für die von euch verlorenen/beschädigten Gegenstände erstatten. Die Quittung und die Verlustmeldung schickt ihr zusammen mit einer Kopie eurer Police unter Angabe eurer Mitgliedsnummer an den DBwV, der euch das Geld dann nach einer Prüfung der Sachlage überweist. Wenn alles formal korrekt ist, ist das nie ein Problem. Wofür seid ihr denn schließlich versichert?

Tipp nebenbei: Wenn man verlorene Gegenstände auf übungsschäden "schreibt", bekommt man auf dem Dienstweg kostenfrei Ersatz. Wenn ihr also bei einer übung mal etwas verliert, und ihr bei der anschließenden Vollzähligkeitsüberprüfung feststellt, dass etwas fehlt, übungsschaden "schreiben". Das soll unter keinen Umständen eine Anleitung dazu sein, die schönen Wildlederhandschuhe "zu verlieren", nur weil eurem Opa die Finger bei der Gartenarbeit so kalt werden. Denkt dran, es ist recht einfach für euren "Versorger", nachzuprüfen, ob ihr es wirklich noch habt, oder wo ihr es verloren habt, und den Schreibkram ist es nicht wert. Außerdem wäre es eine falsche dienstliche Aussage. Und nur weil euch mal ein Erdnagel fehlt, kommt nicht auf die Idee, Kameradendiebstahl zu begehen. Denn hier setzt eure oben erwähnte Versicherung an. Ich habe es selber erlebt, wie ein Schütze OA (Offizieranwärter), der eine unglaubwürdige Sachschadensmeldung schrieb, in den Wald zurück musste, um den Gegenstand zu suchen, und als er es dann fand, anschließend fast ein Disziplinarverfahren wegen falscher dienstlicher Aussage an den Hals bekommen hätte, wenn die Vertrauensperson nicht auf den Kompaniechef eingewirkt hätte. Es lohnt sich also nicht, wegen einem Kleinkram wie Essgeschirr oder einem Extra-Paar Handschuhe die Laufbahn zu riskieren.

Euer -Bense-

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