AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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Mittwoch, 09. April 2003

Es wird langsam hell, und wir sitzen noch ein bisschen am Feuer, bis es um 6:00 Uhr Frühstück gibt. Es gibt pro Mann zwei Brötchen und ein "Einmannverpflegungspaket". Da ich keinen Bock auf das Zeug habe, esse ich die Brötchen ohne irgendwas drauf. Dann gehts auch schon weiter, heute steht der Orientierungsmarsch an. 16-20 Km soll er lang sein. Soll... Wir laufen und laufen, zwischendurch hab ich mal 1 1/2 Stunden noch das MG mit 11,3 KG zusätzlich zu meinem 17 Kilo-Rucksack auf den Schultern. Natürlich laufen wir irgendwo falsch, und müssen einen ziemlich beachtliche Steigung wieder hoch [mit MG...]. Irgendwann [ca. 12:00 Uhr] kommen wir dann doch am Verpflegungspunkt an. Dort gibt es eine Ausbildung über das was man in der Natur findet, was Nahrhaft ist, etc.

Dann dürfen wir selbst kochen. Wir haben Karotten, Kartoffeln, Paprika, Lauch, Zwiebeln und Speck zur Verfügung. Das ganze mit Öl in einer Pfanne gebraten bzw. gedünstet war echt lecker, ernsthaft! Durch die Ausfälle an Soldaten, die wir unterwegs hatten, bekommt jeder ne richtig fette Portion...

An diesem Punkt ist Halbzeit, die Hälfte der Strecke soll geschafft sein. Das üble an der Gegend ist, dass Kusel und Umgebung wie eine Berg-und-Tal-Bahn aufgebaut ist. Berg hoch, Berg runter. Wir laufen und laufen, und laufen und laufen. Über eine Brücke, wo "plötzlich" unser Gruppenführer eine Verletzung am Bein hat [Station Helfer im SAN-Dienst] und wir ihn 500m mit einer Trage in den Nächsten Ort zum Krankenwagen schleppen. Dann weiter zur vorletzten Station. FLUSSÜBERQUERUNG.

Wir hatten schon die Hoffnung, dass wir um das Ganze herumkommen, dann sehen wir aber die Station. Es kommt die Erleichterung: Es ist zu kalt. Wir bauen also nur die Zeltbahnpakete, in dem die komplette Ausrüstung ist und lassen nur das über den Fluss schwimmen. Aber: Stiefel und Feldhose müssen auch mit über den Fluss. Also ziehen wir die extra für diesen Zweck mitgenommene Jogginghose und Turnschuhe an, bauen die Pakete, lassen diese schwimmen, rennen über den Fluss und packen das ganze wieder aus. Bitte nicht nach dem Sinn fragen, ist halt so...

Nachdem ich die Stiefel ausgezogen hab, bemerke ich eine Rotverfärbung meiner olivgrünen Socken. Ich ahne böses... Die schmerzen an den Füßen hielt ich für normal, als ich dann aber sehe, dass ich mir die Füße blutig gelaufen hab, denke ich mir: Es gibt keinen sinnvollen Grund warum ich noch weitermachen sollte [außer noch mehr Blut]. Also melde ich meinem Gruppenführer, dass ich keinen Meter mehr marschiere und bleibe an der Station, bis mich jemand mit in die Kaserne nimmt. Nach 20 Min. warten nimmt mich dann der BW-Krankenwagen mit.

Trotz meiner mehrfachen Warnung will sich die Sanitäterin gleich meine Füße angucken. Auch die Empfehlung einer ABC-Schutzmaske lässt sie kalt. Also verarztet sie mich und ich warte bis meine Gruppe wieder in der Kaserne eintrifft. Denn: am zweiten Tag verbringen wir die Nacht nicht draußen, sondern im Luftschutzkeller. Da ich es ja nur an den Füßen hab, gehe ich mit in den Keller. Dort sind in einem Raum [geschätzt 5x8m] 16 Betten. Das dumme daran ist jedoch, dass über 30 Mann in den Keller gehen. Man muss sich also abwechseln mit schlafen.

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