AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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o7.o1.o4 - Horrormeldungen am laufenden Band

Um 6 Uhr morgens aufgestanden da von den 100 von Pfullendorf nach Sigmaringen versetzten Soldaten keiner irgendeine Ahnung hatte, wie das heute abzulaufen hatte. Dann das erste Mal selbstständig zum Frühstück gelaufen und nicht wie gewohnt im Zugrahmen. In der Kantine hab ich dann festgestellt, dass es doch überall das Gleiche gibt. Brötchen sind ja eh klar. Allerdings gab es auch dieselbe Wurst in genau der gleichen Geschmacksrichtung (in Pfullendorf gab es immer ca. 4 verschiedene Wurstarten die immer total unterschiedlich aussahen aber alle genau gleich schmeckten). Naja, wenigstens gibt es hier morgens genug FrootLoops, KornFlakes und Smacks, dass alle was davon haben können. Und da sie regelmäßíg Milch nachfüllen was in Pfullendorf auch unterblieb und daher nur Milch für ca. 50 Leute da war ist das Frühstück hier deutlich besser.

Danach wollten wir eigentlich das Revier reinigen, da man hier morgens ein bisschen für Ordnung sorgt. Meine Stube hatte das Klo. Schon mit schlimmsten Vorahnung öffneten wir 3 Gefreiten (die anderen 3 die auch in meiner Stube sind und schon länger hier stationiert sind hatten sich gleich abgesetzt) also das Türchen zum stillen örtchen und uns ging das Herz auf als wir sahen, dass eine nette Putze uns den nächsten Monat alle Arbeit abnehmen würde. Also morgen später aufstehen, da morgens nur noch der Mülleimer geleert werden muss.

Um 7.30 wurden dann wir neuversetzten Soldaten in den U-Raum geschickt, wo wir unseren ersten Unterricht hatten. Das Thema war Aufbau eines Divisionstabes. War nicht gerade der Renner, ging allerdings nur eineinhalb Stunden. Irgendwann sollte dann unser Kompanietruppführer (verantwortlich für die Führung der Kompanie) seine Eröffnungsrede halten und uns die weiteren Abläufe erklären. Der verspätete sich natürlich gleich mal ne viertel Stunde und schickte uns als er dann endlich da war gleich wieder für ne dreiviertel Stunde in die Pause (so könnte es hier eigentlich weitergehen). Aber das was er später zu erzählen hatte war weniger erbaulich. Wir haben jetzt eine Woche Ausbildung als Stabsdienstsoldat. Danach machen wir noch mal 2 Wochen Dummfick (er bezeichnete als militärische Ausbildung, sprich Waffendrill, ABC-Ausbildung, Schießen, Pionierscheiße, aber im Prinzip ist es Dummfick).

Wenn das dann soweit abgeschlossen ist (wird so Ende Januar sein) kommen die meisten von uns in ihre Abteilungen und werden dort vor Arbeit erschlagen werden (hrhr, wasn Brüller). Allerdings werden 12 von uns 55 (und bei meinem Glück gehör ich garantiert dazu) eine Spezialausbildung über 2 Wochen zum Thema ABC-Abwehr erhalten. Das wird dann richtig spaßig werden. Als wir das dann soweit verdaut hatten, kam die nächste Horrormeldung. Die Division geht vom 18. bis 26. März für 8 Tage in eine übung und da wir auch zu Division gehören, MüSSEN wir auch mit (ja, genau, 8 Tage draußen, 8 Tage quasi BIWAK...da kommt richtig Freude auf). Ich hoffe, ich kann mich da irgendwie davor drücken (mir schwebt da so ein gebrochener Fuß oder Arm vor..mal sehen was sich arrangieren lässt). Diese Informationsveranstaltung zog sich dann bis 11 und dann hieß es: "Ihr macht jetzt Pause. Aber geht nicht vor 11:30 zum Essen. Um 12:45 geht es dann mit antreten weiter." Also wurde wieder fleißig und sehr ausgiebig ferngesehen.

Mittags kam dann wieder das, warum ich den Bund so liebe. Erst sinnloser Unterricht über irgendwelches Stabsdienstzeugs und anschließend dann Sport. Auf dem Dienstplan stand "Vorrüben Physical Fitness Test" und was darunter zu verstehen ist, hat mich wieder brutal an die AGA erinnert. Sinnlose ABM damit die Zeit schneller rum geht und sich die Vorgesetzten nicht überarbeiten. Wir machten in der Halle noch mal den PFT (also: soviel BW-Liegestütze und SitUps wie man in 40 sek schafft, dann Standweitsprung und 4*9m Pendellauf und zum Abschluss 12min joggen auf Distanz). Alles in allem wäre das ja sinnvoll gewesen, aber da unsere Ergebnisse nicht(!) aufgeschrieben wurden, war die ganze Aktion für'n Arsch. Vor allem die 12min in einer wirklich gigantischen Halle ums Quadrat laufen, sind richtig sinnvoll. Aber das interessiert den Bund ja nicht. Also wurde von meiner Seite der Einsatz brutal reduziert um ja nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen. Nach dieser Aktion war dann recht pünktlich um 16:45 Dienstschluss.

Ich ging dann erst duschen und dann in die Kantine essen. Danach sind wir noch in die Stadt (Sigmaringen kann man im Gegensatz zu Pfullendorf getrost als Stadt bezeichnen..hier ist zumindest etwas leben) in den Handelshof (großes Einkaufszentrum, ähnlich dem Globus) und haben uns mit dem wichtigsten versorgt (Sprudel und Bier *g*). Wieder zurück in der Kaserne hab ich mich in mein Bettchen verkrümelt, etwas gelesen und bin um halb 1o endgültig eingeschlummert.

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