AGA-Tagebuch eines Pioniers
Kurzgefasstes Tagebuch meiner AGA (Manne) vom 01.07.2001 bis 31.08.2001

Hier am Beispiel einer Pionier-AGA aus dem letzten Jahr, d.h. einer noch 2 Monate langen:  
      ... und das hier war die erste eMail-Reaktion auf unser Tagebuch... *mussu klicken, mussu lesen, werden lachen*
  Tag 1 Ankunft in der Kaserne, Begrü▀ung und Aufnahme der Personalien. Danach Beziehen der Stuben und Warten bis zum Mittag. Nachmittags Betten machen, Sachen auspacken und wieder Warten bis zum Abendbrot. Dann das erste Antreten im Zug: Versuche, sich korrekt als Zug an der "zweiten Fliesse von der Wand" auszurichten.
  Tag 2 Los gehts um 5:00 (Aufstehen, Bett machen, Waschen, Rasieren) gefolgt vom Frühsport (20 Liegestütze) und Frühstück. Danach die Einkleidung, d.h. holen der ersten Teile der neuen Ausrüstung und Kleidung für die nächsten paar Monate. Später die ersten von vielen Unterrichtsstunden in der AGA gefolgt von einem Kasernenrundgang .. oft auch als Sport, d.h. Dauerlauf durch die gesamte Kaserne.
  Tag 3 Natürlich Morgensport (25 bis 30 Liegestütze und Sit-Ups). Hauptuntersuchung, d.h. ärztliche Eingangs-Untersuchung eines jeden Einzelnen auf Tauglichkeit und Fitness. Da sie in mehreren Etappen erfolgt und so viel Warten beinhaltet, werden Rangabzeichen und das NATO-Alphabet auswendig gelernt...
  Tag 4 Wieder Hauptuntersuchung, da die 'ne ganze Weile dauert. Ab Nachmittag Unterricht (Soldat und Auftreten in der Öffentlichkeit, Innendienstordnung und Revierdienst + Warum)
  Tag 5 Unterricht (Schiesslehre, Schiessordnung). Nachmittags Formaldienst, d.h. Marschieren als Gruppe und als Zug. Erlernen von "Kehrt!", "Links um!" und "Rechts um!". Üben, üben, üben...
  Tag 6 Beenden der Einkleidung und Einrämen des Spindes nach einem Musterspind (ähnlich wie der Bettenbau nach einem Muster geschieht...) - oh ja, da kommt Freude auf! Die körperliche Fitnes steigt bereits dank des täglichen Frühsports. Koppel nähen.
  Tag 7 Formaldienst. Unterricht (Vorgesetzte und Gehorsam (wem), ReFü also Geld und später G3 (Teile und technische Daten))
  Tag 8 "Quicki", also ein Kurztest über Dienstgradabzeichen, das NATO-Alphabet, G3 etc. Erster PhysicalFitnesTest (PFT) und am Nachmittag Unterricht über Zielen und Zielfehler..
  Tag 9 Erstes Umgehen mit dem G3. Dabei Erlernen des Grundwissens, d.h. Laden, Entladen, Sicherheits- und Funktionsüberprüfung. Erste praktische Zielübungen und feststellen von Zielfehlern. Am späten Abend "Houml;ren und Sehen bei Nacht", d.h. Vorführung von unvorsichtigem Bewegen im Gelände bei Dunkelheit.
  Tag 10 Theoretische und praktische Ausbildung im Tarnen (Gefechtstag): Tarnen von Helm und Gewehr. Geräschtarnung der mitgeführten Dinge und Lernen der Auswahl des passenden Materials für den jeweiligen Ort.
  Tag 11 Sport. Formaldienst. Letzter Teil der Hauptuntersuchung: Röntgen des Brustkorbes zur Feststellung von Problemen mit Kerz, Lunge oder anderen inneren Organen. Danach Unterricht: "LANGEMARK", Alarmposten und Bewegen im Feld. Später praktische Vorführung.
  Tag 12 Schwimmen von 200 m auf Zeit ... 6 Minuten sind zu schlagen. Unterricht über sogenannte Anschlagsarten, also Haltepositionen für das Gewehr; allgemein noch einmal Regeln und Vorgehen beim Schiessen
  Tag 13 Üben des Zerlegen und Zusammensetzten des G3. Ziel- und Schiessübungen mit Manövermunition (Platzern) zum Feststellen letzter Anhalte- und Zielfehler. "Dauerlaufübung mit leichtem Gepäck". Ausführliches Putzen danach...
  Tag 14 Langer Morgensport (50 Liegestütze, 30 Sit-Ups, 30+ Minuten Dauerlauf) gefolgt von Duschen und Umziehen. Ab 9:00 Uhr Abfahrt zum ersten scharfen Schiessen auf der Schiessbahn. Gefechtsmässiges Gewehrreinigen dort während des Schiessens und Komplettreinigen zurück in der Kaserne.

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  Tag 15 Quicki 2 (G3, Anschlagsarten, Fortbewegungsformen, Zieltechniken, Namen und Begriffe). Eingewöhnungsmarsch, also ein Marsch über etwa 6 km mit Gepäck und G3 (Zuladung ca. 15 kg). [Ist immer Freitags ... Wundenlecken am Wochenende!]
  Tag 16 Gefechtsdienst mit "Schützenreihe" und "Schützenrudel". Zeichnen der "Entfernungsspinne". Weitere Bewegungsarten im Feld werden wieder und wieder geübt, also "Gehen, Kriechen, Gleiten" und "Sprung auf, Marsch, Marsch!" bis zum Abwinken...
  Tag 17 Formaldienst für den ganzen Vor- und halben Nachmittag ... das Gelöbnis rückt immer näher! Unterricht in ABC-Abwehr unterlegt mit einem netten Videofilm, das sehr gut zeigt, wie man sich durch schnelles Hinwerfen sogar vor Atomwaffen schützen kann...
  Tag 18 Gelände- und hindernislauf. Später Formaldienst.
  Tag 19 Gefächtstag: Erlernen und Üben von ABC-Abwehr. Zerlegen/Zusammensetzen G3 auf Zeit.
  Tag 20 Unterricht über das Gelöbnis und Vorstellen des Standortpfarrers im Unterricht. Er erklärt die Beratungs- und Beistandsmöglichkeiten, die der jeweilige Geistliche in der Kaserne bietet.
  Tag 21 Formaldienst. Zur Abwechslung ausführliches Stuben- und Revierreinigen am Nachmittag.
  Tag 22 Fahrt zur Schiessbahn. Schiessen verschiedener Übungen und Techniken. Abschluss durch Nachtschiessen, d.h. bei Dunkelheit wird der Zielbereich ähnlich der typischen Gefechtsfeldbeleuchtung für (sehr) kurze Zeit (etwas) erhällt und man soll dann treffen ... klingt aber wirklich schwerer als es ist.
  Tag 23 Lebenskundlicher Unterricht (LEKU) beim Pfarrer. Er erklärt den Zusammenhang der Kirche mit der Armee und was es mit dem Gelöbnis auf sich hat. Er zeigt Eide und Schwüre in vergangenen Armeen (19. Jhd., 3. Reich, DDR) und Beleuchtet die Unterschiede zum Gelöbnis der Deutschen Bundeswehr. Positiver Nebeneffekt: Gutes Essen während der ganzen Veranstaltung... ;-)
  Tag 24 Formaldienst von früh morgens bis in den späten Nachmittag hinein. Danach putzen, putzen, putzen... :-(
  Tag 25 Gelöbnistag. Eintreffen der Eltern und Verwandten im Standort. Führungen, Waffenschau u.a. Veranstaltungen in der Kaserne. Feldgottesdienst. Abfahrt zum Gelöbnisort (meist eine Gemeinde im Umkreis bis ca. 60 km). Dort dann das Einmarschieren (dafür der ganze Formaldienst!) zum Geloben.
  Tag 26 Gefechtstag mit San-Ausbildung (Schleiftricks, Erste Hilfe) und G3-Zerlegen/Zusammensetzen etc.
  Tag 27 Gefechtstag mit viel ABC, Stellungsbau :-( und Munition :-) zur Vorbereitung des Biwaks (alles noch mal üben).
  Tag 28 Sport, z.T. Sehtests (wegen Führerscheintauglichkeit), Formaldienst. Abends Beginn des Nachtmarsches (12-15 km).
  Tag 29 Ausbildung zum "Helfer im San-Dienst". Beinhaltet sehr viel Theorie und einen gewissen Teil Praxis.
  Tag 30 Ausbildung zum "Helfer im San-Dienst". Beinhaltet sehr viel Theorie und einen gewissen Teil Praxis.
  Tag 31 Biwak Tag 1: Hinausverlegen und Beziehen des sogenannten Verfügungsraums. Aufbau der Zelte, graben der Feuerstelle und der Stellungen. ABC-Übungen usw.
  Tag 32 Biwak Tag 2: Nach einer Nacht mit Angriffen (nix Ruhe...) folgt das Üben von geleitetem und selbständig geführtem Feuerkampf. Kartenausbildung, ABC-Übungen, kurze Märsche zur Erkundung des Geländes, Erkennen und richtiges Behandeln von Wunden aller Art, ...
  Tag 33 Biwak Tag 3: Weiter San-Ausbildung, d.h. viel Praxis: Tragen, Schieben, Schleppen oder Ziehen eines Kamaraden mit und ohne Hilfsmittel (Gürtel, Dreiecktuch, ...) - Am Abend: "Wiedereinverlegung" in die Kaserne. Tiefstgründiges Waffenputzen...
  Tag 34 Waffenputzen.
  Tag 35 Ausrüstungs- und z.T. wieder Waffenreinigen. Sport (PFT).
  Tag 36 Formaldienst, Unterricht (Soldat in der Öffentlichkeit). Nachmittag ruhig.
  Tag 37 Vorbereitung der "Rekrutenbesichtigung" bzw. -prüfung. Also Arztbesuche wegen speziellem Tape für Füsse (gegen Blasen!), einige lassen sich krank schreiben, andere packen Rucksack und Koppel.
  Tag 38 Rekrutenprüfung: 30 km Marsch mit 10 bis 12 Stationen, in denen das Erlernte der AGA gezeigt werden muss: Durch-, Um und Ü,berqueren von Hindernissen, Entfernungsspinne und Wegeskizzen (Kartentests), Zerlegen und Zusammensetzen des G3 auf Zeit, ABC-Abwehr (Teil des Marsches unter Maske), Essen im Feld (NATO-EPA), Überhangeln eines Flusses oder eines Abhanges mit dem Seil ... hier hängt es natürlich nur zwischen 2 Bämen!, Stellungsbau, Alarmposten, Feuerkampf (geleitet und frei), Aufbau des Lages bei Nacht ... oder zumindest im Stockdunklen Wald am späten Abend, Feuerwache/Nacht-AP/Streife, etc.
  Tag 39 Geschafft wieder zurück (unter Komplett-ABC) in dei Kaserne latschen ... meist sind die 30 km des Vortages so gelegt, dass man unweit der Kaserne (am StOÜbPl) übernachtet und morgens nur kurz bis rein läft. Waffenputzen. Ausrüstungsreinigen.
  Tag 40 Nachbereitung Rekrutenprüfung (putzen, wundenlecken, putzen, ...)
  Tag 41 Erledigen formeller Dinge (Unterschriften auf das "Rekrutenzeugnis", Reinigen von Waffen, Ausrüstung, Stuben und Revieren)
  Tag 42 Umzug in die neue Kompanie. Ende der Allgemeinen Grundausbildung.
Tag_111 ...
Eure Tagebucherlebnisse:  
    Auch tolle Sachen erlebt? Schreibt uns einen "Ereignisbericht" als eMail!!! Danke ;-)
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