AGA und Bw - Tagebuch
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25.o2.o4 - Am Aschermittwoch ist alles vorbei - Gott sei dank!

Ha, Fasching ist vorbei, die ganzen Assis sind weg von der Straße und es herrscht wieder Ruhe und Frieden in Deutschland.

Der Morgen begann wieder mit Aufstehen kurz vor 7 und einem kurzen Gedanken daran, mich krank zu melden, da es mir nicht gut ging und ich immer noch Halsschmerzen hatte. Aber da mir der Aufwand (krank melden, Termin holen, in SanBereich gurken) viel zu groß um nur ein Päckchen Tabletten zu bekommen war, hab ich's bleiben lassen. Also rein in die Erbsensuppe und ran an die "Arbeit". Der Morgen ging auch schon gut los, denn wir hatten endlich mal wieder etwas zu tun. Es galt die Bänke von der Faschingsveranstaltung letzten Donnerstag zurück in eine Halle zu bringen. Nach einer halbe Stunde war das erledigt und es gab wieder nichts zu tun. Inzwischen bin ich der Meinung, ich werde der erste Mensch sein bei dem irgendwann mal ein Arzt sagt: "Todesursache: akute Langeweile". So vor ca.3o min (es ist jetzt 11:o5) hab ich angefangen mein lustiges Tagebuch um die letzten 4 Tage zu erweitern. Und hier sitz ich jetzt und tippe und hoffe dass ich bald Essen gehen kann.

Nach dem Mittagessen und einem kleine aber feinen Mittagsschläfchen war diesmal großen Kompanieantreten inklusive General. Als wir dann so um 12:40 auf unserem Platz standen, wurde mal wieder deutlich, wie die Bundeswehr ihren Wehretat so unter die Leute bekommt:

Der liebe General kam die ca.200m von seinem Büro nicht gelaufen, sonder er ließ sich in seiner neuen, fetten E-Klasse zu uns chauffieren. Und zwar von seinem privaten zivilen Fahrer, der den ganzen lieben langen Tag nichts anderes zu tun hat, als ihn Rumzufahren. Als dann die Besatzung des Autos ausstieg ging es gleich weiter. Der General hatte seine 2 Adjutanten gleich mitgebracht, die ihm Blätter hinterher trugen und anderen Kleinkram für ihn erledigen. Diese beiden sind natürlich nicht irgendwelche 222 Euro im Monat Wehrdienstleistende, sondern gut bezahlte hochrangige Berufssoldaten, die den ganzen Tag nichts anderes machen als dem General in den Arsch zu kriechen. Und da wir zwei Generäle in Sigmaringen haben, gibt es natürlich auch alles in zweifacher Ausgabe: noch ne anderer E-Klasse, noch ein anderer Fahrer und noch zwei andere Bimbos und noch viel mehr Geldverschwendung, da der andere General noch einen Stern mehr hat und noch etwas höher auf dem Olymp sitzt. Das was unser General zu verkünden hatte, war total uninteressant und darum mach ich jetzt einen Zeitsprung. Ich erkläre jetzt mal warum die deutsche Bundeswehr noch die Wehrpflicht braucht. Denn genau das wurde mir während meiner Mittagsbeschäftigung mehr als klar:

Der deutsche Zeit- / Berufssoldat an sich ist ein fauler Stinker. Er läuft nicht gern und befasst sich auch nicht gerne mit so banalen Dingen wie Kaffeekoche, Kopiervorgängen oder Botengängen. Aber das braucht der gute Mann auch nicht, denn das Grundgesetz gibt ihm eine Menge junger Menschen an die Hand, die das für ihn erledigen (müssen). Und das siegt dann in der Praxis so aus, dass der Gefreite Köhler mal schnell ins andere Gebäude hüpft um dort eine CD abzugeben oder dass er spontan mal wieder Kaffee kocht, dann der gemeine Berufssoldat ist auch der größte (Fress-)Feind von in Wasser gelöstem Kaffeepulver. Und wenn der Gefreite dann noch ein wenig Zeit hat darf er auf einer ca. 2 auf 2m großen Karte noch allerhand markieren, damit er auch die nächsten 2 Stunden seinen Blick nicht wirklich von der Karte wenden muss und auch gar nicht anfängt sich zu langweilen.

Gott schütze die Wehrpflicht. (damit sich kein Vorgesetzter mehr als notwendig mit Banalitäten beschäftigen muss und damit noch andere in den Genuss von Bundeswehr kommen)

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