AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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o9.o2.o4 - Destination: Wildflecken

Der Tag war gerade mal 2 min alt, als mich auf dem Weg zum Waschraum schon die traurige Realität einholte. Aber fangen wir mit einer kleinen Geschichte an. Letzte Woche, irgendwo in Deutschland in einem Büro in Sigmaringen im Stabsgebäude auf dem Kasernengelände in der zweiten Etage in Büro Nummer 2.42. Aber wie gesagt, irgendwo in Deutschland. Ein Vorgesetzter kommt zu seine zwei Soldaten und eröffnet ihnen, dass einer der beiden die Woche darauf nach Wildflecken a.k.a. Popo der westlichen Zivilisation fahren soll um dort etwas für die anstehende übung zu machen. Da sich jeder der beiden vor Begeisterung auf diese Aufgabe stürzt, soll das Los entscheiden. Einer zog den Kürzeren, der andere war ich.

Zeitsprung. Montagmorgen kurz nach halb 7. Der OG der mit mir Arbeit und in der vorangegangenen Geschichte der war der den kürzeren gezogen hat, kommt mir völlig fertig (schlimme Erkältung) auf dem Weg zum Waschraum entgegen. Schon da ahne ich, dass der heute nicht fahren wird. 7:2o der Vorgesetzte in der Geschichte ist leider auch mein Chef in der Realität und ich hab durch meine Gesundheit den kürzeren gezogen und werde zum Packen im Schnellverfahren weggeschickt. Da ich nicht die geringste Ahnung habe, was mich dort erwartet und ich eigentlich auch keine Zeit habe, wird großzügig einfach alles was mir so in den Sinn und in die Finger kommt in die große Kampftragetasche geworfen. Die Fehler die ich in dieser Situation mache, werden mich später in der Woche einholen. 13 min nachdem ich weggeschickt wurde um zu packen, steh ich wieder rechtzeitig auf der Matte und der normale Bundeswehrwahnsinn geht los. Wir brauchen noch ein Auto, weswegen der Stuffz so um 7:45 beim Kraftfahrservicecenter an unserem Standort anruft und nachfragt, warum unser Auto noch nicht fertig ist. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: warten auf's Christkind bis halb 1o, rein in's Auto und ab ging der lustige Roadtrip Richtung Wildflecken.

Um halb 2 waren wir rechtzeitig um das Mittagessen zu verpassen dann auch dort. Es ist natürlich müßig zu erwähnen, dass bei meinem Glück dort unten (ähm..beim Blick auf die Karte fällt mir spontan so auf, dass es "oben" heißen muss) lag dort natürlich auch viiiel Schnee, aber daran hab ich mich ja jetzt gewöhnt. Denn irgendwie kann Bundeswehr bei angenehmen Temperaturen ja auch gar nicht funktionieren.

Als wir dann dort ankamen, ging auch gleich die Arbeit los, die daraus bestand den Namen der ankommenden Soldaten aufzunehmen und ihnen den Schlüssel für ihr Zimmer auszuhändigen. Das zog sich dann übers Abendessen hinaus und endete mit Warten auf 4 Sanis, die eh nicht kamen. Also wurde um 20:20 der Laden zugesperrt und wir rückten in unsere Stuben ab. Für mich gab's dann noch ein bisschen Stress, da der Kollege mit dem ich mir mein Zimmer teilen sollte und der auch den einzigen Schlüssel dazu hatte, nicht aufzufinden war und ich wirklich keinen Bock hatte vor dem Zimmer auf ihn zu warten. Aber der lustige Gefreite Köhler hatte ja die Gewalt über die Stubenverteilung. Also flugs zurück zum Anmeldegebäude und mir einfach eine neue Stube zugewiesen. So kam ich dann auch noch zu meiner wohlverdienten Einzelstube, wo ich dann zu meine Schrecken entdeckte, dass es dort noch Bundeswehr 1945 Betten gab (also die mit Durchhängefaktor 10). Zum Glück waren nur 3 von 4 Betten so und ich konnte doch noch "normal" schlafen.

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