AGA und Bw - Tagebuch
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o8.12.o3 bis o9.12.o3 - BIWAK bei -10° Celsius   

Schon als ich am Samstagabend im Bettchen war, war mir richtig schlecht und ich musste eigentlich nur ans bevorstehende BIWAK denken. Erstaunlicherweise hab ich dennoch gut geschlafen. Allerdings wurde meine Laune am Sonntag immer schlechter und als wir dann letztendlich in der Kaserne angekommen waren, war ich wohl fast auf dem Tiefpunkt angelangt. Allerdings nur fast, denn meine Laune (und auch die Laune der anderen) wurde über Nacht noch schlechter. Jeder freute sich aufs BIWAK und vor allem auf die bevorstehende extreme Kälte die uns vorausgesagt wurde. So gegen 8 Uhr morgens wurde dann schon losgetrottet und es begannen drei wundervolle Tage voller Spannung, Spiel und Spaß.

Den Ablauf von Montag und Dienstag bring ich jetzt nicht mehr so richtig zusammen, daher beschreibe ich einfach mal, was wir alles so gemacht haben. Es begann natürlich mit Zeltaufbau, Helmtarn (ist besonders dann lustig, wenn das Gras fest gefroren ist), Gesichtstarn, Feuer machen und Ausbau der Stellungen. Dann gab es natürlich wieder viele Male Alarm oder der noch beliebtere ABC-Alarm. Gegen Abend griffen wir dann noch eine andere Gruppe an. Das war an sich recht spaßig, da man hier zum ersten Mal nach Herzenslust ballern durfte. So um 22 Uhr war dann noch eine Lehrveranstaltung. Sie schimpfte sich "Hören&Sehen bei Nacht". Dabei wurde demonstriert wie man bestimmte Sachen macht bzw. nicht macht oder wie weit man z.B. eine Zigarette in der Dunkelheit sieht. Alles in allem eine total scheiß Aktion, da wir bei ihr 1 1/2 Stunde regungslos auf dem Boden saßen was bei den Temperaturen auf die ich nachher noch eingehe nicht gerade angenehm ist. Als der Tag dann irgendwann auch erledigt war, hab ich in der Nacht von Montag auf Dienstag nicht wirklich gut geschlafen, da ich im Schlafsack so gefroren habe, dass ich dachte ich müsse sterben.

Der Dienstagmorgen war dann gefüllt mit 2 Stunden körperlicher Anstrengung unter ABC-Alarm (=Dummfick) und danach mit Feuerkämpfen (=ein bisschen Spaß). Am Mittag waren dann noch ein paar Ausbildungen (Skizzen zeichnen, Kompass und Marschkompasszahlen [voll der Blödsinn]) bei eisiger Kälte. Dann wurde um sieben verkündet, dass es jetzt kein Alarm mehr geben werde und dass es für die die möchten Glühwein und Würstchen geben werde. Es wurde dann ein recht entspannter Abend und ich bin um 8 im Zelt gelegen und hab damit weiter gemacht wobei ich am Morgen unterbrochen wurde. Nämlich mir im Schlafsack die Eier abzufrieren. Soweit zu unseren wahnsinnig aufregenden Aktivitäten während des ach so sinnvollen BIWAK's. Im Prinzip wäre es recht locker gewesen, wäre nicht diese perverse Kälte gewesen die wirklich alles durchdrungen hat. Von Montag auf Dienstag hatten wir -10 Grad und einen eisigen Wind dazu. Von Dienstag auf Mittwoch war's auch nicht viel wärmer nur der Wind lies ab und zu etwas nach. Dieser Frost machte sich auch an der Landschaft bemerkbar, denn alles sah aus als ob es geschneit hätte. Allerdings hat es das nicht, die Pampa war so zugefroren, dass sie total weiß war. Mir ist sogar das Wasser in der BW-Thermoflasche zugefroren. Um noch zu verdeutlichen wie kalt es war, beschreibe ich noch, was ich Dienstagnacht im Alarmposten getragen habe (von unten nach oben):


2 Paar Thermosocken, 1 Paar Wollsocken darüber dann die Stiefel
1 normale Unterhose, 1 lange Unterhose, 1 Radlerhose, 1 Thermohose, 1 normale Hose und darüber 1 Goretex Nässeschutzhose
1 kurzes T-Shirt, 1 Rolli, 1 Feldbluse, 1 Thermojacke und darüber 1 Goretex Nässeschutzjacke
1 Paar Fleecehandschue, 1 Paar Lederhandschuhe mit Fütterung und darüber Winterfäustlinge mit Megafütterung
1 Winterfellmütze mit echt geiler Polsterung und darüber die Kapuze der Jacke

All das hatte ich an und trotzdem hatte sich die Kälte nach nur 2o Minuten durchgekämpft und ich fror wie ein Arschloch.

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