AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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27.11.o3 - Wachtest

Der Tag war bisher echt einer der besten und lockersten unserer bisher hier erlebten Tage (zumindest vom Dienst her). Es fing damit an, dass wir morgens um 8 in die Stadtkirche nach Pfullendorf gingen. Dazu mussten wir das erste Mal unsere Ausgehuniform anziehen. Sieht im Prinzip total assig aus, aber wenn damit 50 Mann rumrennen, geht es doch irgendwie. Das einzig schwule an der Uniform sind die Halbschuhe, die man dazu trägt. Diese Schuhe sind der absolute Horror und so was von unbequem, das lässt sich nicht beschreiben. Schon als wir das erste Mal an der Wache vorbei in die Kirche gelaufen sind, hab ich gemerkt, dass ich mir wieder Blasen eingehandelt habe. Das ist vor allem daher bitter, dass meine alten Marsch-Blasen gerade verheilt waren. Aber ich war wieder mal nicht allein, denn allen anderen machten die Schuhe auch zu schaffen. Um 10 war dann noch Lebenskundlicher Unterricht (oder: Reli) in dem uns der Standortpfarrer etwa eine Stunde lang etwas zum Gelöbnis erzählte und uns danach mit Getränken und Brezeln eindeckte. Danach ging's auch schon zum Mittagessen und danach stand der Wachtest an. Dieser Test ging über alles zum Thema Wache und war von daher wichtig da man ihm zum Wachestehen bestehen muss. Schlaue werden jetzt denken, "warum soll ich den bestehen? Es macht ja eh keinen Spaß 24h lang Wache zu haben. Ich vergeig ihn und spar mir das dann." Das Problem für die, die durchfallen ist, dass sie mit anderen Wochenenddiensten zugeknallt werden, dass sie wohl die ersten 6 Wochen nicht mehr nach Hause kommen. Nach diesem Test war dann noch ein bisschen Sport angesetzt. Der Ausbilder wollte eigentlich mit uns kicken, aber der Sportplatz war besetzt, so dass wir dann nur 25min in unserem eigenen Tempo joggten und danach noch ein bisschen Elfmeterschießen praktizierten.

Dann gab es noch unsere Kommandierungen für den Teil nach der AGA (sprich: wohin werden wir versetzt und was machen wir nach der AGA). Ich hab quasi das Zertifikat für einen ruhigen Job bekommen, denn meine Verwendung nach der AGA heißt Stabsdienstsoldat. Also tausche ich das G36 gegen die Kaffeemaschine und werde wohl mit einer Uniform die Woche auskommen, da ich dort nicht mehr dreckig werde.

Nach Dienst begann dann leider der ärgerliche Teil des Tages. Ca. 20 Vollhelden hatten beschlossen sich die Kante gegeben und versammelten sich daher im Gang und begannen, zu bechern und zu rauchen. Da allerdings heute ein Nichtraucher die Stuben kontrollierte war das eine selten dämliche Idee und auch die Lautstärke war doch etwas zu laut. Mit Hilfe von einem Hilfsausbilder konnten die Vernünftigen diese Veranstaltung dann irgendwann auflösen. Allerdings gab es doch schon einige abgefüllte Funker. Einer war derart voll, dass er sich unseren Stuben-/Zug-/Kompanie-Spast (der dümmste, unbeliebteste, nervigste und dämlichste des Zuges liegt natürlich bei mir aufm Zimmer..wie könnt es auch anders sein...nervt jeden, keiner kann ihn leider, er merkt noch nicht mal wenn man ihm sagt er soll die Schnauze halten oder wenn man sich über ihn lustig macht...so was von beschränkt hab ich bisher noch nie im Leben getroffen und werd ich auch wohl nie wieder treffen) packte und ihn erstmal 10 cm in die Luft hob und ihm dann mal ordentlich seine bzw. die Meinungs des Zuges geigte. Da der Spasti auch voll war, lallte der nur noch scheiße, flennte rum und beteiligte sich auch nicht mehr am reinigen der Stube und des Reviers. Als wir dann endlich im Bett lagen und er immer noch nicht die Klappe halten konnte, ist mir auch der Kragen geplatzt. Wer mich kennt, weiß ja dass ich ein friedlicher Mensch bin, der noch nie jmd. im Ernst körperliche Gewalt angedroht hat und auch noch nie jemand geschlagen hat. An diesem Tag war ich allerdings so auch 180, dass ich ihm Schläge androhte, wenn er nicht endlich die Klappe hält. Danach war er zu seinem eigenen Glück ruhig, denn ich weiß nicht ob ich mich hätte beherrschen können.

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