AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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25.11.o3 - Wachausbildung, Praxis

Nach der Theorie folgt logischerweise die Praxis. Und die stand heute auf dem Plan. Es gab 6 versch. Stationen die man durchlaufen musste und an denen diverse Ausbildungsthemen durchgeführt wurden. Da war zum einen wie man eine Flaggenparade (zur Erklärung: die Wache hießt jeden morgen um 6 die Deutsche Flagge und die Flagge der Nato auf dem Kasernengelände und holt beide um 19 Uhr wieder ein..das geschieht natürlich nach einem vorgeschriebenem Rahmen und Ablauf, welche an dieser Station erklärt wurde) durchführt. Dann wie man Fahrzeuge als Torposten kontrolliert. Danach ging es darum, wie man verdächtige Personen festsetzt und diese durchsucht. Danach wurde der Ablauf im Wachlokal durchgesprochen und erklärt, wie man einen Besucherschein (alle zivile Gäste in der Kaserne müssen so was ausfüllen und ihren Perso an der Wache hinterlegen, damit man kontrollieren kann wer sich gerade in der Kaserne aufhält) ausfüllt. Zwei Stationen befasste sich dann mit kleinen Rollenspielen. Es wurden verschiedene Situationen simuliert (z.B. zwei Betrunkene kloppen sich, wie reagiert die Streife? oder es kommen Soldaten ohne Truppenausweis an die Wache oder man trifft abends Leute im Sicherheitsbereich, die sich komisch verhalten oder die die Wache sogar angreifen..so Zeugs halt) und dann gezeigt wie man vernünftig darauf reagiert.

Allerdings hört sich das jetzt leichter an als es ist. Ich möchte zum Beispiel niemals in eine Situation kommen, in der ich auch nur ansatzweise mit Schusswaffengebrauch drohen muss. Denn das Problem bei der Wache ist, dass man dort mit scharfe Munition rumrennen darf und auch die Erlaubnis hat damit zu ballern. Es braucht nur jemand abends mit einem Benzinkanister an einer Holzbaracke auf dem Kasernengelände stehen und auf die Idee kommen, er möchte eine Rauchen. Wenn er dann nicht schnell genug auf die Aufforderungen der Wache reagiert, darf bzw. muss sogar geschossen werden. Oder es muss nur jemand abends mit irgendwas Waffenähnliches auf einen Soldaten zielen, dann hat der auch sehr schnell eine Kugel im Bein. Und wie die meisten Soldaten bei Stress schießen, weiß man nicht. Ich kann auf jeden Fall von mir behaupten, dass ich bestimmt keinen gezielten Beinschuss oder ähnliches hinbekommen würde, wenn jemand auf mich zielt. (zur Erklärung: man darf zwar schießen, es heißt aber man soll gezielt ins Bein oder in den Arm schießen um den Angreifer kampfunfähig zu machen).

Ein Ausbilder hat wohl den treffendsten Satz gesagt: Als Wache steht man mit einem Bein im Grab, mit dem anderen im Knast, da es ein sehr schmaler Grat zwischen was darf ich und was darf ich nicht ist.

Als der Tag dann auch rum war, wollten wir zu zehnt noch in die Sporthalle ein bisschen "Gymnastik" machen. Dort waren allerdings schon Fernspäher gegen die wir dann spielten und gewannen. Hat auf jeden Fall Fun gemacht, auch wenn Dienstgradhöhere sehr schlechte Verlierer sind und gegen Ende anfingen zu treten.

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