AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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22.11.o3 bis 23.11.o3 - Bin ich schon tot oder was?

Jetzt ist Samstagmittag und als ich heut morgen aufgewacht bin wusste ich wie sich alte Menschen fühlen müssen. Richtig sicher bin ich immer noch nicht, ob ich jetzt mehr lebendig oder tot bin. Was mir am meisten weh tut hab ich auch noch nicht entschieden. Ob es meine ca. Euro-Stück großen Blasen am linken und rechten Fuß, meine wundgelaufenen Fußballen, meine Oberschenkel (na gut, die vielleicht nicht unbedingt), meine Aufschürfungen am Rücken, meine Wirbelsäule selbst, meine Schultern oder mein rechter Arm der immer noch Blutabnehmen weh tut sind, steht irgendwie noch in den Sternen und ich hoffe, dass sich das alles recht schnell verzieht, da die nächste Woche wohl wieder anstrengend wird.

In 1 1/2 Wochen ist dann auch Gelöbnis und das einzig schlimme was uns nach diesem Marsch in der AGA noch bevorsteht ist das zweite BIWAK das in der Woche nach dem Gelöbnis stattfinden wird und an dessen dritten Tag die Rekrutenbesichtigung (mehrere Stationen an dem das gelernte in der AGA demonstriert werden muss) stattfindet, so dass es keinen Sinn hat sich vor dem BIWAK zu drücken was ich eigentlich vorhatte. Aber was soll's, offiziell noch 4 1/2 Wochen AGA wobei ich denke dass es nach dem BiWAK in 3 Wochen schon ruhiger zugehen wird. 24.11.o3 - Wachausbildung, Theorie      Am Sonntagabend ging die Woche eigentlich schon richtig bescheiden los. Da heute wieder einer mit einem sehr komischen Musikgeschmack dran war mit fahren (russischer, emotionaler Rock) und man das Zeug zwar hören kann, es einem aber so nach ner Stunde total widersteht, kam ich auf die clevere Idee mit meinen Walkman mit ner Kassette mitzunehmen (für die evtl. vorhandenen jüngeren Leser: ja, damals gab es noch Kassetten und noch keine Cd's oder DvD's). Als ich in der Straßenbahn nach Durlach saß, kam mir dann mal die Idee, dass ich ihn hätte vielleicht mal ausprobieren sollen, ob die Batterien noch gehen. Als ich dann im Auto saß und den Walkman anschalten wollte, wusste ich das die Idee mit dem Probieren gar nicht dumm war und wenn ich neue Batterien rein gemacht hätte, er schon deutlich besser funktionieren würde. So fing die Woche schon auf der Fahrt richtig gut an und ich hätte mich am liebsten gleich wieder in meinem Bettchen verkrochen.

Die komplette Woche stand im Zeichen der Wachausbildung. Der Montag war daher mit der grundlegenden Theorie voll gestopft. Von morgens bis abends waren wir nur im Unterrichtsraum und wurden mit theoretischem Wissen voll gestopft. Im Prinzip waren die Hauptthemen die Aufgaben der Wache, die Wachvorgesetzen, wie das alles abläuft und vor allem wann und auf wen ich scharf schießen darf.

Für mich stand an diesem Morgen noch eine Voruntersuchung für den Führerschein im Facharztzentrum Sigmaringen auf dem Programm. Also durfte ich um 9 den Unterricht verlassen (war sowieso gähnend langweilig und im Nachhinein besser abzuschreiben als zu zuhören), mich in Sportanzug werfen und dann wurde ich mit anderen zusammen nach Sigmaringen gefahren. Dort ging zum Augenarzt, der nach einer Minute Untersuchung bei mir feststellte, dass ich am Auge operiert bin und schiele. Daher konnte er nach einer Minute und dreißig schon sagen, dass ich für den Führerschein nicht in Frage komme. Also durfte ich mich wieder in den angenehm warmen Warteraum setzte und konnte ne gute Stunde den Spiegel lesen und hatte dadurch einen sehr entspannten Morgen. Ich darf jetzt zwar keinen Führerschein machen, komme aber auch ganz gut ohne ihn durch die Welt. Nachmittags musste ich dann wieder am Unterricht teilnehmen und wurde noch mal fast 3 Stunden vollgelabert. Irgendwann war dieser entspannte Tag dann auch geschafft.

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