AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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11.11.o3 - Day 2  

Also um kurz vor 4 war wie gesagt meine Nacht zu Ende und es hieß anziehen (brr, es war doch schon kalt als ich so aus meinem Schlafsack kroch) und ab auf den Streifenweg. Nach ca. 2 Stunden sinnlos durchs Lager eiern war das dann auch geschafft und es war kurz vor 6 und die Streife durfte alle anderen wecken (war spaßig...Zelt auf, "ABC-ALARM" - "Schnauze Köhler" od. "Guten Morgen meine Süßen" - "Argh"). Dann gab's Frühstück (2 Brötchen mit 2 Scheiben Wurst und einer Ecke Streichkäse und einem Apfel) und nachm Essen gab es das erste Mal an diesem Tag ABC-Alarm (wovon noch viele viele viele Folgen sollten). Den anschließenden Tagesablauf bringe ich jetzt nicht mehr in der richtigen Reihenfolge zusammen, da ich wie gesagt schlecht und wenig geschlafen hatte und wir doch recht beschäftigt waren. Irgendwann am Morgen mussten wir dann noch mal Holz suchen, da unsere Vorräte verbrannt waren. Dann gab es irgendwann die Ausbildung "Feuerkampf" und etliche Male ABC-Alarm oder anderen Alarm bei dem man nur so in seine Stellung muss.

Am Mittag gab es dann wohl die besten Erfindung der Menschheit (Ironie²): EPA - EinMannPackung. Dabei handelt es sich um einen etwa Schuhkarton großen Karton in dem man alles was man an einem Tag zum Essen braucht findet. Alles fein säuberlich in Alufolie eingepackt und mit Konservierungsstoffen versehen, dass es pfeift und dementsprechend schmeckt. Wer schon mal so was gegessen hat, wird wissen was ich meine, alle anderen sollten sich so was vielleicht mal zu Gemüte führen. Geschmeckt hat's nicht wirklich obwohl ich noch Glück hatte und ein EPA vom Jahr 2000 (also vor fast 4 Jahren eingetütet) erwischt hatte. Andere hatten anscheinend welche von '96 oder so. Die müssen dann richtig eklig gewesen sein. Um mal schnell zu beschreiben was man dort drin findet:
- 2 Fertiggericht (einmal Italienisches Nudelgericht und einmal Erbseneintopf mit Würstchen) [variiert von EPA zu EPA]
- 5 kleine Brote (so ne Art Pumpernickel, so Bierdeckelgroß)
- Dosenwurst, Marmelade, Teeextrakt, Kaffeextrakt, Isotonisches Getränkepulver, Salz, Zucker und weitere solche Scherze
- 1 Grießnachspeise (muss zugeben, das war das leckerste im ganzen EPA)
- 1 Tafel Schokolade (die die sie aßen sagten, sie sei steinhart..ich hab sie auf anraten eines Hilfsausbilder nicht gegessen, da er als er sie in seiner AGA gegessen hat, nach 2 Tage nicht mehr aufhören konnte zu scheißen...denen die sie aßen ging's ähnlich..dazu muss man sagen, dass wir zwar Dixiklos gestellt bekamen, aber 5 Dixis die nicht geleert werden für fast 120 Leute über 3 Tage sind halt verdammt wenig. ich hab in den 3 Tagen keines von inne gesehen..aber man kann sich vorstellen, wie die bestimmt stanken)
- 1 Packung Hartkekse a.k.a. Panzerkekse (das komplette Gegenteil der Schokolade..in der Packung waren vielleicht 20, ich hab ca.5 gegessen und konnte erst donnerstags wieder für große Funker..total krass, die sorgen für totale Verstopfung)
- und noch anderer Kleinkram wie z.B. Streichhölzer, Erfrischungstuch und anderer Dreck an den ich mich jetzt nicht mehr erinnere Fazit: EPA = total der Dreck

Nach dem Essen ging's dann ans Skizzen zeichnen. Dazu bekommt man versch. Koordinaten, eine Karte und muss dann einen Weg finden und diesen so auf ein Blatt Papier bannen, dass man mithilfe dieser Skizze den Weg finden könnte. Das Problem ist, dass wir das irgendwann auch mal machen und ich hoffe, dass meine Skizze an diesem Tag dann auch gut genug ist den Weg zu finden. Dann war auch wieder Abend, wir durften etwas von unserem EPA essen und es hieß Rucksack packen, da in dieser Nacht noch das Highlight des BIWAKs stattfinden sollte, der 12km Marsch mit vollem Gepäck und im Zugrahmen. Als wir das dann gemacht hatten, stand noch ein Feuergefecht auf dem Programm. Alle gingen in die Stellungen und eine Gruppe griff mit Platzpatronen an und die anderen verteidigten aus ihrer Stellungen heraus. Aus vorher erwähnten Wetter ergibt sich folglich, dass ich während des ca.halbstündigen Gefechtes eigentlich nichts sah als die Nebelwand. Allen anderen ging es auch so und es wurde halt mal fleißig in die Pampa geballert. Unserer Gruppenführer sah das auch ein: GrpFhr: "Auf erkannten Feind Feuer frei" (will sagen, man kann schießen, wenn man einen Feind erkennt) Nachdem wir dann 10min nicht geschossen haben, da wir einfach keinen gesehen haben. GrpFhr: "Was soll's Männer, Blei in die Heide, feuert einfach." Danach ballerten wir halt mal munter mit unseren Platzpatronen drauf los. Gegen Ende kam dann noch der Befehl zum Mexikanischen Abmunitionieren (sprich: Alles raus, was wir an Muni noch hatten).

Ca. eine Stunde später hieß es dann auch Abmarschbereitschaft herstellen und ab ging's zweimal um den Standortübungsplatz (normalerweise wären wir auf der Straße durch Ortschaften gelaufen aber auf Grund der eingeschränkten Sichtverhältnisse war das zu gefährlich). Von den Hilfsausbildern hieß es vorher, dass der 12er so ziemlich das schlimmste wäre, was man in der AGA macht, da man voll beladen sei und ein perverses Tempo vorgelegt bekommt (wir sind um 9 losgelaufen und waren inkl. 15 min Pause um 11 fertig mit der Strecke...wir hatten also schon ein ordentliches Tempo). Ich persönlich muss sagen, dass ich ihn mir viel schlimmer vorgestellt habe und ihn auch recht gut verkraftet habe. Ab Kilometer 6 hab ich sogar noch meinen linken Vordermann die ganze Zeit geschoben, da der mit seinen Kräften am Ende war und nicht mehr laufen konnte. Insgesamt hat aus unserem Zug einer aufgegeben (er hatte sich vorher voll gestopft und sich übergeben) und einer hatte sein Gepäck abgegeben und ist dann ohne Rucksack zu Ende gelaufen (dafür hat ein anderer seinen Rucksack gut 5 km mit sich rumgeschleift). Alle anderen sind halt mit mehr oder weniger diskrete Hilfe angekommen (wie mein Vordermann halt).

Wie gesagt, ich fand ihn eigentlich gar nicht so schlimm, aber was soll's. Da unsere Gruppe diese Nacht mit Alarmposten dran war und ich um 00:20 dran war, hab ich mich noch ca. 1 1/2 stunden ans Feuer gesetzt und ging dann in Stellung. So was Dämliches wie die dann folgenden 1 1/4 Stunden Alarmposten hab ich bisher auch noch nicht gemacht. Man liegt da auf dem kalten Boden und beobachtet. So nach einer halben Stunde fängt dann die Kälte an in alle Glieder zu kriechen und es wird verdammt kalt, da man sich ja auch nicht bewegen darf, da man sich dort drin absolut still verhalten muss. In unserem Fall war das auch wirklich sinnvoll einen Nebelwand zu beobachten. Und so nach einer dreiviertel Stunde fangen dann auch noch die Augen an zu spinnen. Man fängt an Punkte zu sehen, die gibt's gar nicht. Und so ging es nicht nur mir, sondern eigentlich fast allen. Irgendwann war der Kack dann auch vorbei und es ging so gegen 2 in den Schlafsack zu "pennen" Wie gesagt der Schlaf ist nicht wirklich erholsam und gegen 6 war die Nacht dann auch wieder vorbei und der letzte Tag BIWAK brach an.

Insgesamt hatten wir an dem Tag ungefähr 321.834-mal ABC-Alarm (wers genau wissen will, es waren so ca. 15mal in allen möglichen Lebenslagen, z.B. beim Skizzenzeichnen, nach dem Essen, vor dem Essen, usw... der allseits beliebte Leutnant ist halt mit der Signalpistole für den Alarm rumgerannt und wenn's ihn in den Fingern gejuckt hat, mussten wir halten rotieren). Zu erwähnen sei noch folgende Episode. Da ja der 11.11 war und heute Faschingsanfang kam das Gespräch über diese Zeit auch irgendwann auf. Irgendein Ausbilder hat das dann aufgeschnappt: "Ihr werdet euch heut ganz bestimmt auch verkleiden." So kurz nach 11 war dann ein Alarm und wir liegen also so in den Stellungen. Etwa 10m links von meiner Stellung standen dann 2 Ausbilder und starrten gebannt auf eine Uhr. "Wart noch kurz, es ist erst 9 nach" - "Jetzt". Der eine reist die Signalpistole hoch, ballert das Zeichen für ABC-Alarm in die Luft und schreit: "FASCHING". Also haben wir uns doch verkleidet. Und wir hätten auch bestimmt den Preis fürs dämlichste Kostüm gewonnen....

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