AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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1o.11.o3 - die härteste Woche meines Lebens  

Sonntagabends konnte man an unseren Gesichtern schon ansehen, wie sehr wir uns auf das bevorstehende BIWAK freuten. Alle strahlten, waren gut gelaunt, frohe Mutes und konnten es kaum erwarten, dass es losgeht (haha, wasn Brüller...). Ich hatte mir zu allem überfluss auch noch eine Erkältung zugezogen daher ging's mir besonders gut. Dass die folgende Nacht ganz besonders lang war, muss ich ja nicht erwähnen, da wohl jeder weiß wie erholsam 5 Stunden Schlaf sind. Am Morgen ging's dann auch recht zeitig los. Nach dem Morgenantreten gingen die Waffen an den Start und wir wurden auf die Stuben geschickt unsere ganze Ausrüstung anzuziehen. So gegen halb neun ging's dann auch los. Es galt mit vollem Gepäck (außer der normalen Ausrüstung war wie gesagt noch der Schlafsack, ein zweites Paar Stiefel und eine Thermohose im Rucksack..sprich: er war pervers schwer) auf den BIWAK-Platz zu marschieren. Der liegt etwa 2 km und eine böse Steigung von unserer Kaserne entfernt. Als wir dort endlich angekommen waren, waren wir demnach auch schon gut warm und durften uns erstmal mit dem Zeltaufbau beschäftigen. Nach diversen Fehlversuchen und Neuanfängen standen dann unsere Zelte mehr oder minder Vorschriftsgemäß. Normalerweise hat man in seinem Rucksack immer einen Teil der Zeltplane, geht dann mit jmd. anderes zusammen und baut mit dessen Zeltplane ein 2-Mann Zelt. Zu erwähnen sei daher noch das arme Schwein, das keinen anderen hatte und daher in einem auf einer Seite offenen Zelt schlafen musste (Brr..zu den Einzelheiten über das Klima komm ich später noch). Nach der Zeltaktion hieß es dann erstmal Holz zu sammeln. Da wir keine Bäume fällen durften, mussten wir alles auf dem Waldboden zusammensammeln. Na ja, irgendwann hatten wir dann einen beachtlichen Haufen Holz von dem wir dachten, er würde die 3 Tage reichen (in Wirklichkeit hielt er genau bis zum nächsten Morgen). Dann ging's ans Anlegen der Gesichtstarnung mittels Tarnschminke und ans Abtarnen des Helms. Als dies dann geschafft war, gab's dann auch Mittagessen und eines unserer Hauptprobleme beim BIWAK wurde deutlich. Es gab viel zu wenig um vernünftig satt zu werden. Aber der clevere Funker Köhler hatte ja vorgesorgt und 5 Snickers, 1 Tafel Ritter Sport und 10 KinderRiegel im Rucksack versteckt, so dass er zumindest nicht sofort verhungern brauchte.

Nach dem Essen ging es dann mit frischer Energie (hrhr) an das Ausbauen der vorhandenen Stellungen (frische Anlegen durften wir aus Naturschutzgründen nicht, so dass uns das Ausbuddeln erspart blieb...wir durften nur die vorhandenen so anpassen, dass wir irgendwie bequem dalagen) und ans Beziehen von Stellungen (man kann sich ja denken, dass das nur in der tiefsten Gangart geht, da der bitterböse Feind ja schon da sein könnte und uns abschießen könnte, wenn wir uns nicht auf dem Boden schmeißen würden). Dies wurde dann auch noch fleißig trainiert, bis wir den Weg zu unseren Stellungen eigentlich blind kannten. Als dies geschehen war, gab es auch schon wieder Abendessen (Essen ist vielleicht der falsche Ausdruck, meiner Meinung war das eher ein Snack). Nach dem Essen wurde uns dann der Alarmposten (eine Stellung, die die ganze Nacht belegt ist um bei einem überraschenden Angriff des bitterbösen Feindes schnell Alarmschlagen zu können..man kann sich ja denken, dass bei Nacht die Abwechslung sehr leise und vor allem wieder in tiefster Gangart zu erledigen ist) und der Streifenweg (immer 2 Mann laufen einen Weg durchs Lager und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist) erklärt. Unsere Gruppe war die erste Nacht mit Streife (ist deutlich besser, da man in Bewegung ist und nicht 1 Stunde und länger auf dem kalten Boden liegt) dran. Dann wurde eingeteilt und meine Zeltgenosse und ich waren so von 4 bis 6 dran (an die genauen Zeiten kann ich mich nicht mehr erinnern).

Nach dieser Aktion (es muss so gegen 22 Uhr oder so gewesen sein), konnten wir dann auch endlich ins Zelt gehen und pennen. Bis ich dann da drin lag war so gegen 11 und ich konnte "schlafen" bis kurz 4. Geschlafen hab ich nicht wirklich gut und lang, da ich ca. alle viertel Stunde aufgewacht bin, da ich gedacht habe es gebe Nachtalarm (in Wirklichkeit gab es keinen, aber der Psychoterror ist viel schlimmer als man denkt). In der Zeit in der ich dann kurz eingedöst bin und auch in den Zeiten in denen ich wach war, hab ich gefroren wie ein Arschloch (es war wirklich arschkalt, selbst im Schlafsack, der ja angeblich so viel bringen sollte). So, irgendwann war dann diese Nacht auch rum und ich schreib weiter am Dienstag. Da ich bisher noch nichts zum Wetter geschrieben habe, mach ich das jetzt. Das Wetter in den kompletten drei Tagen lässt sich eigentlich so beschreiben: Ich hab eigentlich nichts davon gesehen, da ca. 40 - 50 m vor uns immer eine dicke Nebelwand hing und für eine angenehm hohe Luftfeuchtigkeit sorgte. Zu den Temperaturen ist zu sagen, dass wir unter Tags eigentlich recht selten ohne Bewegung waren und daher auch nicht oft froren. Allerdings wurde es nachts doch bedenklich kalt um nicht sogar zu sagen: ARSCHKALT. Mehr ist zum Wetter nicht zu sagen.

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