AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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o5.11.o3 - Pionierausbildung  

Heute stand uns wieder ein kompletter Tag im Gelände mit Dienst bis 18 Uhr bevor. Morgens Abmarsch Richtung Standortübungsplatz und dann galt es dort wieder 6 versch. Ausbildungsstationen zu bewältigen. Alles in allem ging es bei den meisten darum irgendwelche Sperren (sei es Straßen- oder Personensperren) zu bauen. Daher schenk ich mir jetzt eine nähere Betrachtung der Geschehnisse, denn es ist nicht wirklich viel Spannendes passiert, das sich lohnen würde berichtet zu werden. Zu erwähnen sei allerhöchstens, dass wir heute wohl mit dem fiesesten Zeug gearbeitet haben, das ich bisher in den Händen gehalten habe. Es nennt sich Bandstacheldraht und 2m von diesem Zeug sind in der Lage einen Panzer lahm zu legen. An menschlichem Material richtet es tierischen Schaden an, da es sich bei Körperkontakt und weitergehenden Bewegungen (besonders bei hektischen Befreiungsversuchen) immer tiefer in die Haut bohrt (letzte Aga hat es einem nen Finger bis auf die Knochen abgerissen). Deshalb darf man es nur mit besonders dicken Sicherheitshandschuhen anfassen, was einen aber nicht von Kontakt mit anderen Körperregionen bewahrt. Ich hatte riesiges Glück, dass es mir nur eine Hose zerriss und sich nicht tiefer in meinen Oberschenkel bohrte. So kam ich mit dem Schrecken und ein paar leichten Kratzern doch noch heil davon.

Die Stationen, die sich nicht mit diesem Zeug beschäftigten, waren deutlich in der Minderheit. Da war zum einen die Station "Trittspur" (der versierte Leser weiß vielleicht, was das ist. für die anderen erklär ich's gleich). Dabei geht es darum eine sichere Spur durch ein Minenfeld zu legen. Dabei nimmt man eine Suchnadel (ca. 2cm dick und etwa 30cm lange Nadel) und fährt damit in 30° Winkel in den Boden um zu prüfen ob sich dort eine Mine befindet. Nachdem uns unser Ausbilder erklärt hatte, wie das theoretisch geht, sollten wir einen Weg durch ein Minenfeld legen. Hm, das zieht sich halt ewig dahin. In 20 min haben wir es nicht geschafft einen Tritt (also eine etwas mehr als ein Schuh große Fläche auf Minenfreiheit zu überprüfen) zu legen, obwohl 5 Leute dieses parallel versuchten. Außerdem wären wir wohl etliche Male gestorben, da man für so was schon Fingerspitzengefühl braucht (mein Nachbar hat reingestochen und als er die Nadel rauszog hing da schon eine Mine dran). Die zweite Station ohne Bandstacheldraht war zum Thema "Kampfmittel". Sprich: was meldet man, wenn man irgendwo in der Pampa eine nicht explodierte Bombe findet.

So gegen 15 Uhr waren wir dann auch fertig mit allen Station und es ging ans Abbauen. Muss ich erwähnen, dass wir während der Ausbildung unglaublich viel von diesem schwulen Bandstacheldraht verbraucht haben und das Zeugs nicht wieder verwendbar ist?? Hm, ich glaub besser wär's, denn dass würde unsere Mühen beim Abbauen etwas deutliche machen. Denn dort wo ich abbaute war eine ca. 12*12m große Fläche mit diesem Zeug ausgelegt worden, um zu erklären wie man Stolperfallen baut. Als wir den Draht dann endlich irgendwie zusammengerollt hatten, war er zu einem etwa 2m breiten und 1m hohen Bollen geworden. So was durch die Gegend zu tragen macht unglaublich Spaß, da man auf jeden seiner Schritte aufpassen muss, da man nicht unbedingt noch mal mit dem Zeug in Berührung kommen will. Aber irgendwann war das dann auch geschafft, es ging zurück zu Kaserne und dort ging's ans Waffenreinigen. Gegen 17 Uhr wurde uns dann auch Dientschluß gewährt, weil man doch irgendwie einsah, dass noch ne Stunde Waffenreinigen gegen die Menschenwürde wäre. Für mich hieß es dann Duschen, umziehen und ab zum Auto, da ich am Donnerstag ein Bewerbungsgespräch hatte und daher Sonderurlaub. Also rein ins Auto und im halb 9 war ich dann zuhause und hab verdammt gut geschlafen.

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