AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







vorhergehender Tag...
zurück zur Tagebuch-Auswahl
nächster Tag...
     
14.1o.o3 - Außendienst

Der ganze Dienstag lässt sich eigentlich mit einem einfachen Satz beschreiben: Spannung, Spiel und Spaß unter freien Himmel. Will sagen: Heute stand der erste Tag auf dem Standortübungsplatz (eine nette "kleine" zugige [Definition von eisigem Wind siehe oben] Hochfläche ca. 2 km von der Kaserne entfernt und hügeliger als Gina Wild) an. Um 7 Uhr ungrad war Waffenausgabe, dann ging's mit vollem Gehänge [~15kg Gepäck] auf angesprochene übungsplatz und dann ging der Spaß auch schon los.

Zuerst durften wir uns im Tarnen & Täuschen üben. Als erstes hieß es soviel Buschwerk wie möglich auf den Helm zu packen um ihn Vernünftig abzutarnen. Dann ging's mit Feuereifer an unsere Tarnschminke und wir malten uns unsere Gesichter gegenseitig grün-schwarz an (je nach Begabung des Schminkenden halt). So getarnt bekamen wir dann eine Einweisung in versch. Handzeichen und danach der Höhepunkt des Morgens: Bewegungsformen im Gelände. Als da wäre: normales Gehen, kriechen, Gleiten 1 und als tiefste Gangart Gleiten 2 (die Nase zieht eine Linie in den Boden, die von den Hacken wieder zugeschaufelt wird). Muss ich erwähnen, dass die große Wiese in der Mitte des übungsplatzes auf der alle Funker dieses Gleiten praktizierten, ein bis zwei Tage vorher als Weidefläche für eine große Schaafherde diente? Ja, ich glaub, das macht die Sache noch ein bisschen authentischer. Man stelle sich entsprechenden Geruch dazu und habe Spaß. Ich persönlich bin noch recht gut weggekommen, da unser Gruppenführer nicht darauf bestand, dass wir in einer Reihe dahingleiten, konnten wir die Häufchen recht gut umschiffen. Andere Gruppen dagegen wurde dagegen aufs schärfste ans Einhalten einer Linie ermahnt und hatten daher keine Möglichkeiten, den braunen Bergen auszuweichen, die langsam am Horizont auftauchten, immer größer wurde und langsam anfinge empfindlich zu stinken. Ich konnten denen förmlich ansehen, dass sie beteten kein Kommando "Gleiten 2" zu hören. Als das dann geschafft war gab es unsere erste Mahlzeit im Gelände (war recht lecker..kann allerdings auch an den anstrengenden Aktivitäten gelegen haben). Dann kamen noch Bewegungsformen in Gruppen dran. Sprich: wie läuft man richtig in Reihen, bzw. wie läuft man versetzt und wer sichert mit seiner Waffe welche Richtung ab. Für Leute die sich auskennen: Schützenreihe und Schützenrudel.

Als dies dann einigermaßen geklappt hatte ging's ans Eingemachte. Volle Ausrüstung an den Start (wie gesagt ~15kg dazu Gewehr und Helm) und fröhlich auf zum 6km Eingewöhnungsmarsch. Hört sich jetzt allerdings echt schlimmer an als es in Wirklichkeit war. Ich dachte auch erst: Oh mein Gott, wie soll ich das schaffen? Aber am Ende war ich recht überrascht, wie kurz 6km doch sind. Der Marsch führte uns dann zurück in die Kaserne und so kamen wir da so gegen 16.30 dort an (also waren wir geschlagene 8 1/2 Stunden in der Pampa). Dann ein kurzes Abendessen und da beim Bund auch der Grundsatz "Erst die Ausrüstung, dann der Soldat" gilt war erstmal großes Waffen- & Ausrüstungsreinigen angesagt. Reinigt mal 2 Stunden ne Waffe von der ich nach 3o Minuten reinigen mit ruhigerem Gewissen essen würde als von manchem Teller in der Kantine. Das macht Freude. Aber da bei uns auch der Grundsatz "Fällt aus, weil ist nicht" (der Lieblingsspruch unseres sächselndem Stabsunteroffiziers...ich muss mir jedes Mal das Lachen verkneifen, wenn er den bringt) gilt, war dann so um 7 Dienstschluss und zum ersten Mal sich um seine Blessuren zu kümmern. Ich kam mit einer Aufschürfung am Rücken noch gut weg. Andere traf es mit Blasen doch deutlich schlimmer. Man darf sich absolut sicher sein, dass die gesamte Funker in unsrer Kompanie sehr sehr gut schliefen diese Nacht.

Copyright (C) 2004 by AGAnauten.de. All rights reserved.