AGA und Bw - Tagebuch
...denn die AGA ist und bleibt doch das Grösste für die meisten in ihrer Dienstzeit...







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13.1o.o3 - Lasset die spiele beginnen...

So, am Sonntagabend war ich dann wieder sehr rechtzeitig so um 1o in Pfullendorf in der Kaserne. Diesmal war es auf der Fahrt ziemlich extreme beim Blick auf das Außenthermometer des Autos. Wir fuhren bei so ca. 14° Celsius und strahlendem Sonnenschein in Bruchsal los und kamen bei 5° und eisigem (und ich meine eisig im Sinne vom kalt gleichbedeutend mit ARSCHKALT was auch ein Synonym für brr-gleich-frieren-mir-die-finger-ab sein soll) Wind an. Aber was soll's, ein deutscher Soldat friert ja nicht, er wärmt sich an einem Eisblock und zittert vor Zorn, dass es nicht noch kälter ist (zumindest in der Theorie...ich werd wohl nie ein Soldat :\ ) Nach einem 2o minütigem Marsch zu unserem Gebäude (ja, die Kaserne ist so groß gebaut und so praktisch gut angelegt, dass man vom Rekrutenparkplatz zu meiner Unterkunft gut 2o Minuten laufen kann. Man macht ja gerne ein bisschen Sport bevor man ins Wochenende geht bzw. vom Wochenende kommt) und wir fingen gegen 23 Uhr an mit Stuben- & Revierreinigen.

An diesem Abend hatte dann ich das große Los gezogen und durfte unsere Stube beim Zapfenstreich um 24 Uhr abmelden (jeden Abend die selbe Prozedur. 5 Mann liegen nach getaner Arbeit in den Betten, einer steht in Uniform und sagt, wenn der Unteroffizier vom Dienst am Abend die Stube auf Sauberkeit kontrolliert, ein Sprüchlein auf). Es war natürlich nicht abzusehen, dass Funker Köhler dieses aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und aufgrund akuter Müdigkeit vermasseln wird. Der Anpfiff war kurz und heftig, dafür dass Gelächter meiner Kameraden umso "netter". Letztenendes war ich dann so 20 nach im Bett und träumte von einer Nacht, die länger währen sollte als 6 Uhr. Leider war dieser Traum um 5.20 mit klingeln des Weckers ausgeträumt.

Montags stand dann ein Unterricht bei unseren Kompaniechef (eigentlich ein netter Mann. Sieht eher aus wie ein Akademiker als ein Soldat) mit dem Thema Vorgesetzenverordnung (beim Thema bin ich mir nicht mehr so sicher, wir hatten so viele Themen diese Woche). Danach war das erste Highlight dieser Woche: PFT - Physical Fitness Test. Dieser fing in unserer Sporthalle an. Als erstes in 40 Sekunden so viele Bundeswehrliegestütze (man liegt auf dem Bauch, Hände auf dem Rücken. Dann drückt man sich hoch, schlägt mit der rechten Hand auf seinen linken Unterarm, geht wieder auf den Bauch, verschränkt wieder die Hände kurz hinterm Rücken und fängt wieder von vorne an) machen wie man kann. Ich kam auf 23 und lag damit im guten Mittelfeld. Dann musste man wieder in 40 Sekunden so viele Sit-Ups wie möglich machen. Ich packte 36 und lag diesmal im oberen Mittelfeld. Danach kam Weitsprung aus dem Stand. Ich weiß nicht genau, wie weit ich kam, aber ich glaube, ich war im unteren Drittel der Truppe. Danach kam ein Sprint: 4*9 (d.h. 9 m hin, dann zurück, wieder hin und zurück). Mit den super modernen und top-bequemen Bundeswehr-Einheits-Sportschuhe in Einheitsgröße macht das unglaublichen Spaß und beim zweiten Versuch müssen mir Tränen ins Gesicht gestiegen sein, denn die Ausbilder fragten, ob mit mir alles in Ordnung sei. Ich lies mir natürlich nichts anmerken, denn was uns nicht tötet, härtet ja bekanntlich ab. Nach diesen Sprints kam dann der Ausdauertest in Form eines 12min Laufs (d.h. 12min Zeit soviel Weg wie möglich zurückzulegen). Ich kam auf 6 3/4 Runden (~2600m) und war mächtig stolz auf mich, denn wieder war ich im oberen Drittel. Dieses Hochgefühl hielt allerdings nicht lange, denn unser Zugführer (eigentlich ein Supertyp und echt nett) zweifelte unser Gesamtergebnis an, da nach Meinung der Ausbildung viel zu viele so gut abgeschnitten haben. Da beim Bund ned wirklich Rede- und Meinungsfreiheit herrscht, werden wir den Lauf nächste Woche wiederholen (müssen).

Nachmittags stand dann noch meine absolute Lieblingsbeschäftigung aufm Dienstplan: Formaldienst *würrg*. 2 volle Stunden mit müden Beinen marschieren und Strammstehen ("Männer, wenn ihr im Stillgestanden seid, bewegt sich nicht mal ein Sackhaar. Und wenn es irgendwo kratzt, lasst es kratzen. Wenn die Nase läuft, dann LASST SIE LAUFEN."). Abends standen dann noch 2 Unterrichte aufm Programm: Bewegen im Gelände und Marschvorbereitung. Und dann war Dienstschluss.

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