Bundeswehr-Lexikon
Als Nachschlagewerk und zum besseren Einstieg in die "Soldatensprache"...

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Kabelbongos
Baufernmeldesoldaten, die bei übungen mit kiloschweren Kabeltrommeln durch die Landschaft rasen und Strippen ziehen aber ansonsten keine Aufgabe haben. Leitspruch: Je schneller er läuft desto leichter wirds.

Kaffeemaschine
Das einzige, was in einer Stammeinheit kontinuierlich in Aktion ist.
(Stichwort und Definition von Henrik Langer)

Kaleu
Kapitänleutnant. Ein etwas seltsamer Dienstgrad irgendwo zwischen Leutnant und Kapitän zur See. Klingt aber irgendwie sexy. Wassereinbruch Backbord, Herr Kaleu! Tröööt, Tröööt...

Kaltgetränk
Beliebtes, weil einziges Getränk in Bundeswehrkantinen. Hergestellt wird es aus einem künstlichen, hochkonzentrierten Fruchtsaft-Imitat, welches dann mit etwa der doppelten Menge Wasser verdünnt ist, für die es eigentlich bestimmt ist.
(Von Marc Reiber)

Kamerad
Ein Kamerad beim BUND ist für den Soldaten das, was für einen Malocher der Kollege oder für einen Bergmann der Kumpel ist. Der Begriff soll aber nicht assozieren, dass man mit jedem Kameraden automatisch auch freundschaftlich verbunden wäre. Schließlich sind auch Ausbilder, Offiziere und der nette Kahlgeschorene aus der Nachbarstube mit der Vorliebe für Springerstiefel 'Kameraden'...

Kameradenschinderei
Offiziell verbotene Erziehungsmaßnahme von Mannschaftsdienstgraden für die die Ruhe und Ordnung gefährdenden aufmüpfigen oder unfähigen Mitsoldaten. Wird von höheren Dienstgraden gebilligt, wenn es ihrer Meinung nach den Richtigen getroffen hat. (Stichwort und Definition von Burghard)

Kampfanzug, Nacht, einfach, blau
BW-Schlafanzug

Kampfanzug, san.
Der Sportanzug der Bundeswehr (s. Schlumpftarn), der nicht nur von Sportlern und frischen Rekruten, sondern auch von Abseilern getragen wird, da er zur Krankmeldung im Sanitäts-Bereich zwingend vorgeschrieben ist.

Kampfkarpfen
Kampfschmimmer
(Stichwort und Definition von Mirco)

Kampfschwimmer
Militärische Kampfwesen. Wesen deshalb, weil es noch weitgehend unklar ist, ob man Kampfschwimmer der Gattung der Fische, Vögel oder Menschen zuzuordnen muß.

Kampfunterstützungstruppen
Unterstützen die kämpfenden Jungs in der Durchführung ihrer Mission. So macht die Artillerie mit viel Schall und Rauch 'den Weg frei', die Heeresflugabwehr und die Heeresflieger sorgt dafür, das der Infanterie keine explosiven überraschungen von oben auf den Stahlhelm fallen und die ABC-Abwehr versucht zu verhindern, das unsere kämpfenden Helden zu lange an schädlichen Substanzen oder Atomen schnüffeln. So erfüllt jeder seine Aufgabe im Gefecht der Verbundenen Waffen.

Kanne
Die Kantine. Dort verbringt der Gefreite oder der Obergefreite den Großtteil seiner Dienst- u. Freizeit, weil er durch geschicktes Delegieren aller anstehenden Arbeiten dafür sorgen konnte, dass am Arbeitsplatz die Mäuse für ihn racken. ... (Mäuse ficken)

Kanonierstaufe
Nach dem ersten Schuß mit einer Panzerhaubitze wird der Kanonier mit einem Arschtritt aus der PzHaubitze befördert, dann muß er um eine Antenne im Kreis rennen (da gibts aber viele Varianten) und dann den Verschluß mit den Zähnen aus dem Matsch hohlen, oft wird er auch im Gesicht mit Dreck aus dem Rohr der Haubitze bemalt. Erst danach bekommt er seine Litzen.
(Stichwort und Definition von Durin)

kaputtwarten/pflegen
Aufgrund der chronischen Beschäftigungslosigkeit innerhalb der technischen Truppe kommt es immer wieder vor, dass auch technisch einwandfreie Fahrzeuge und Geräte ständig auseinandergenommen und wieder zusammengebaut werden, bis sie irgendwann wirklich kaputt sind.

Karten
1. In der Grundausbildung: Topographisches Material zur Orientierung im Gelände
2. In der Stammeinheit: Mehrteiliges Set bedruckter Pappkärtchen, die zur überbrückung der Zeit zwischen NATO-Pause und Dienstschluß dienen.

Karten(spiel)
Ein Requisit, dass jeder Soldat im Gelände dabei haben sollte, um angemessen auf den Ausbilderspruch 'Ich habe nur zwei Hobbies, Skat und ABC-Alarm. Hat jemand Karten dabei?' reagieren zu können...

Kartoffeln
Wie Insider behaupten, soll die in den Bundeswehrkantinen verarbeiteten Erdäpfel laut Aufdruck auf den Kartoffelsäcken lediglich für die Schweinemast und für die Bundeswehr verwendet werden. Als Trost soll nur gesagt werden, dass in den Offiziersmessen auch nur das Essen der Mannschaften serviert wird. Womit wir wieder bei der Schweinemast wären...

Kartoffelschleuder/Kartoffelschmeißmaschine
Feldhaubitze

Kartuschenwichser
Artilleriesoldaten

Kasernenbegehung
Militärische Form der Betriebsbesichtigung für angehende Rekruten. Frischlingen sei es nahegelegt, im Anschluß an einer K. unbedingt die Klappe zu halten und nicht etwa nochmal nach dem Weg zum Parkplatz oder zur Kantine zu fragen. Derartige Fragen haben unweigerlich eine weitere Kasernenbegehung zur Folge und der Frager hätte bis Dienstzeitende bei seinen Kameraden verschissen.

Kasernen-Sheriff
Eigentlich der Standortälteste, dessen Hobby es ist, immer die Wache aufzumischen (sprich zu kontrollieren)und den Wachsoldaten dabei die 'Schmuddels' und die 'Klopperhefte' wegzunehmen, damit die Wache sauber und ordentlich bleibt.
(Stichwort und Definition von OG d.R. Torsten E.)

Katholikenkotelett
Anspielung auf das Fischgericht an Freitagen

Kaugummi
Wer sagt's denn - auch in einem EPA-Packet kann was Gutes drinnen sein.

Kehlkopf-BH
BW-Krawatte

Kettenbrunzer
Panzertruppe. Was für einen Hund der Baum ist für einen Panzersoldaten die Panzerkette.

Kettengesichter
Panzersoldaten (schmal denken breit fahren)
(Stichwort und Definition von Shorty von HAWK)

Kettentaxi (Bundesheer)
Der Schützenpanzer im österreichischen Bundesheer
(Stichwort und Definition von Tom)

Kevlarhelm
Eine ultraleichte Innovation neueren Datums, die dazu beiträgt, aus Soldaten Weicheier, Warmduscher und Vorwärtseinparker zu machen und bei altgedienten Reservisten i.d.R. den blanken Neid hervorruft. Soldaten mit einem Kevlarhelm an der ABC-Schutztasche sollten standesrechtlich mit einem Stahlhelm erschlagen werden. Meinung von altgedienten Reservisten.
Belehrung:Auch wenn der neuere Gefechtshelm aus Kunststoff besteht, ist er trotdem nicht leichter. Im Gegenteil, augrund seiner größeren Ausmaße und vor allem dickeren Hülle ist er sogar merklich schwerer. Einziger Komfortvorteil: angenehmer zu tragen und rutscht beim Liegen nicht ins Gesicht. Außerdem der erste Helm der Bw der nicht nur gegen Splitter eventuell schützt, sondern sogar gegn ein 7,62mm-Geschoß aus ca. 200-300m Entfernung.
Das versöhnt dann wieder mit den Kevlarhelm-Trägern...

Kinderpuff
Die standortnahe Disco mit meist jungem und willigem Publikum

Kiste
Ein anderes Wort für Maus

Kiste, Eiche, für Soldat, Tod
Erdmöbel für tote Helden
(Stichwort und Definition von OG d.R. Torsten E.)

Klappdrachen
Bezeichnung für den Tornado, der ein Schwenkflügler ist
(Stichwort u. Definition von Andreas Schulze)

Klappfalle, Holz, für Kleintier, grau
So wird die Mausefalle im Nachschubbereich bezeichnet (gibts angeblich sogar noch mit dem Zusatz "gezahnt" oder "ungezahnt"...)
(Von Carsten Mueller)

Klappspaten
auch NATO-Bagger genannt. Instrument zur Erzeugung von Schwielen und nässenden Geschwüren an den Innenflächen beider Greifwerkzeuge. Alternativ kann man damit tiefe Löcher buddeln (Schützengraben), dem Feind den Schädel spalten oder Spiegeleier darauf braten.
Thomas S: Kann man auch Bäume mit fällen. Dauert nur etwas länger.

Klarsichtfolien (NVA)
Sülzige Wurstsorten. Preßkopf, Kraftfleisch ("Deutsches Corned-Beef"), u.ä. ***Sehr (un!)beliebt.***
(Stichwort und Definition von VVS)

kleiner Dienstanzug
Ein abgespeckter großer Diener ("grau in grau", "wir sind die Armee der Grauen Panther...", oder "Hilfe, ich sehe schlimmer aus als mein Großvater"...)

klemmen
Bedeutet in etwa, Bundeswehreigentum aus Lagerbeständen in das Privateigentum überführen (=wegfinden). Kein Wehrpflichtiger würde diesen Akt als 'Diebstahl' bezeichnen, da jeder die Meinung vertritt, dass der Wehrsold nicht alles sein kann, was man sich bei der Bundeswehr erarbeitet bzw. ergammelt. Also nimmt man alles mit, was man noch so 'finden' kann...

Klopapier
3 Blatt pro Mann und Tag (kein Witz, hab ich 87 in Grafenwöhr erlebt. Harte Zeit für Stoppelhopser, lustig für uns Panzeraffen).
(Stichwort und Definition von Dietrich K.)

Klopperheft
Besondere Form des Tittenheftchens. Meist macht der Leser klopfende Geräusche.
(Stichwort und Definition eingesand von Gerold Lübben)

Klorolle
1. (zivil) Arschwisch
2. (mil.) Waffenreinigungsutensil, dass auch als Arschwisch und Papiertaschentuchersatz (Geldknappheit erzwingt neue Denkweisen) eingesetzt werden kann
3. Maßband

Knallfrosch
Handgranate

Knallfrosch-Dropping
Spielchen, in dem die babyblauen übungshangranaten scharf gemacht und in den Toiletten versenkt werden.

Knatterlatte / Knallstock / Plempe
Dürfte eigentlich klar sein: Genau, es ist dieser 5 Kilo schwere Eisenprügel aus dem Hause "Heckler & Koch", des Soldaten "Braut", das G3.
(Stichwort und Definition von OG d.R. Torsten E. u. Jan M.)

Knicklicht
Hübsch grün leuchtende Chemie-Stäbchen, die während eines Manövers vorzugsweise die Unterkünfte der Zugführer beleuchten. Jeder Nachschubsoldat kennt die Versorgungsnummer auswendig, um wieder einmal 1000 EA zu ordern und dann im Kofferraum verschwinden zu lassen.
(Stichwort und Definition von OG a.D. Reckling)

Knifte
Knarre, Wumme, G3, MG3 ...

Knitte
Noch ein Begriff für jemanden ohne Schulterklappe...
(Stichwort und Definition von elZZbet)

Knüppelaffe
Eine treffende Bezeichnung für einen Feldjäger

Kochgeschirr
3-D-Alupuzzle mit Wehrmachtstradition (sieht aus wie auf Photos vor 50 Jahren, hat aber mittlerweile noch das eine Innenteil dazuerhalten, das damals für "Beilagen usw." fehlte). Wird bei übungen vorgeschrieben, wenn es ausnahmsweise mal Schnitzel, Braten und Klöße gibt - geht ja besser und ist auch viel stilechter als Teller... (Stichwort und Definition von Dietrich K.)
Läßt sich "im Felde" besonders dann super reinigen, wenn es ein breiges Etwas gibt, das nicht nur alles verklebt, sondern auch noch auf dem Alu ne Art Sekundenkleberwirkung hat... (Manni)

Koffer
Noch eine Bezeichnung für Frischlinge, Rotärsche, Mäuse und Kisten. Werden wahrscheinlich so bezeichnet, weil frisch eingetroffene Rekruten für eine Weile ein Kofferanhänger mit ihren Namen am Hemdknopf tragen müssen.

Kokarde
Stilisierte Zielscheibe an Schirmmützen, Schiffchen und Bergmützen. Das bei Nach weithin gut sichbare Gelb dabei macht dann so ziemlich jede weitere Tarnung überflüssig...

Kollektivstrafen
K. sind, obwohl offiziell verboten, in jeder Ausbildungskompanie an der Tagesordnung und dienen dazu, die vielgepriesene Kameradschaft aufzuspalten. Euphemistisch als 'Nutzung gruppendynamischer Prozesse' verklärt bestrafen vorwiegend Uffze und Stuffze die ganze Gruppe für die Fehl- oder Minderleistung eines Einzelnen. Anstatt ihrem Kameraden gegen den gemeinsamen Feind beizustehen, wird die Mehrheit der Gruppe zum Handlanger des Ausbilders, indem sie den weniger leistungsfähigeren oder mehr gefrusteten Kameraden triezt und so dem Ausbilder viel Fickarbeit abnimmt.

KOM
Eine bei Zeit- u. Berufssoldaten relativ unbekannte Abkürzung für Kraftomnibus. Fragt ein unwissender Rekrut einen Ausbilder nach der Bedeutung, bekommt er meist nach kurzem überlegen des Vorgesetzten lediglich folgende Antwort: 'KOM, ähh, das ist, die die, ähh, Abkürzung für, äh, Bus!!!'
(Stichwort und Definition von Stefan)

Kompanieabend
Befohlenes Besäufnis. Lustigkeit kann befohlen werden.
Dienstplan:
1300 – 1730 Dummfick aller Truppen (ZDv 3/11)
1730 – 2130 Kompanieabend (ZDv 3/ lustig)
(Stichwort und Definition von Gerold Lübben u. 'Ein OG d.R.)

Kompaniezebra
(Ober-)Stabsgefreiter. Hat auf den Schultern mehr Streifen als das gleichnamige Tier.

Kondensstreifen
Will jeder (Unter-)Offizier beim Befehl "Zum Horizont weggetreten!" an den Ohrläppchen sehen.
(Stichwort und Definition von Jürgen Bruns)

Kopfbedeckung
Der ordnungsgemäße Sitz einer Kopfbedeckung (Barett, Schiffchen, Schirmmütze) ist bei der Bundeswehr i.d.R. wichtiger als die ordnungsgemäße Funktionsweise des Körperteils darunter.

Koppel
Ein zweckmäßiger, olivgrüner Gürtel, außer zur Befestigung von allerlei Gerödel auch zur schnellen, optischen Unterscheidung von Unteroffizieren dient, bei denen man nicht die Schultern erkennen kann:
- bis zum Feldwebel wird die Koppel ueber dem Bauch getragen
- ab Feldwebel wird der Bauch ueber der Koppel getragen.
(Stichwort und Def. von Markus G. u. Bashman)

Kotzen
Kann mehrfach verwendet werden:
* Von Vorgesetzten (im Sinne von spinnen/ nicht wahr haben wollen):
- "Ich glaube ich kotze!!!"
* Als Idealziel beim Drill/ Dummfick:
- "Ihr rennt solange über die Hindernisbahn, bis ihr kotzt!"
* Als Ankündigung des ABC-Alarms:
- "Vor Ihrer Stellung brechen Rehe kotzend zusammen! – Was machen Sie?!"
(Stichwort und Definition von: Ein OG d.R. aus Wildeshausen)

Krabbelkäfer
s. Bw-Mannschaftstransportwagen (MTW), auch Jaffa-Kiste genannt (Stichwort und Definition von Henrik 2ter)

Krachen, Puffen, Knarren, Gewah(r) (Bundesheer)
So bezeichnen die österreicher ihre Wumme
(Stichwort und Definition von Tom)

Krad
Krad war mein Auspuff doch noch dran ...?
(Stichwort und Definition von Henrik 2ter)

Krampfaderngeschwader
Boshafte Bezeichnung für das zumeist recht unattraktive weibliche Küchenpersonal. Wer beim Anblick dieser 'Schönheiten' auf unkeusche Gedanken kommt oder gar deutliche körperliche Reaktionen zeigt, hat das in das Essen gemischte Anti-Aphrodisiakum 'Hängolin' wahrlich nötig...

Krankheit
Ernsthaft krank zu werden ist ein Luxus, den sich kein Soldat während seiner Dienstzeit leisten kann. Im Falle einer Krankheit wäre es für den kranken Soldaten besser, sich in die Hände eines mittelalterlichen Barbiers und Krötenauflegers zu begeben als seine Genesung einem Bundeswehrmediziner anzuvertrauen. Es grenzt schon an ein kleines Wunder, wenn die Herren und Damen Bundeswehrärzte eine Erkältung ohne Facharztüberweisung kurieren können. Angesichts der Leistungen eines durchschnittlichen San-Bereichs muss man sich fragen, wo um alles in der Welt diese staatlich geförderten Kurpfuscher, die kein Krankenhaus freiwillig nehmen würde, ihre Diplome 'erworben' haben. Die Möglichkeit, dass diese an einer Universität ehrlich erworben sein könnten, erscheint zu gewagt um wahr zu sein. Denn das medizinischen Kenntnisse jener Pseudo-ärzte beschränken sich auf das Gerücht, dass man mit Unmengen von Rheumasalbe (Mobilat) selbst Hirntumore und Hodenkrebs heilen könne. Männliche ärzte stempeln jeden Wehrplichtigen schon im Vorhinein als Simulanten ab und ersparen sich deshalb i.d.R. die Mühe einer Diagnose. Bei den ärztinnen sieht es ähnlich aus. Im Gegensatz zu den meiten ihrer männlichen Kollegen zeigen sie zumindest ansatzweise so etwas wie Motivation, wenn die Untersuchung es nötig macht, den jungen Wehrpflichtigen an die Klöten zu packen und ihn Husten zu lassen. Aufgrund dieser Umstände kann es deshalb in einigen besonderen Fällen ratsam sein, sich über die Vorschriften hinwegzusetzen und einen richtigen Arzt außerhalb der Bundeswehr aufzusuchen. Die eigene Gesundheit sollte es einem wert sein.

Dazu ein Beispiel aus dem prallen Leben: Während seiner Dienstzeit meldete sich mein Bruder mit Anzeichen des Unwohlseins beim Truppenarzt. Nach (Achtung: Witz) eingehender Untersuchung kam dieser zu dem Ergebnis, dass er keine Diagnose stellen könne, schrieb ihn sicherheitshalber KZH und hoffte, dass sich das 'Problem' mit der Zeit von alleine erledigt. Insgesamt hat mein Bruder drei ärzte des Trachtenvereins aufgesucht, von denen zwei sich sogar befähigt fühlten, eine Diagnose zu stellen. Diese waren aber a) völlig unterschiedlich und b) auch noch völlig falsch. Erst der aus lauter Verzweifelung eigenmächtig aufgesuchte Hausarzt konnte nach wenigen Sekunden (!!!) die richtige Diagnose stellen: Masern.
Da ein Soldat keinen zivilen Arzt aufsuchen darf (es sei denn, er steht kurz vor dem Ableben), hat eine solch eigenmächtige Vorgehensweise meist einen Anschiss zur Folge. In diesem Fall muss man halt warten, bis der den Anschiss Erteilende Luft holt und dann zum Gegenschlag ausholen und die entsprechende Person so zuscheissen, dass ihm die Ohren qualmen. Notfalls droht man damit, die Sache medienwirksam an die öffentlichkeit zu bringen und die Bundeswehr auf Rekordsummen zu verklagen, wenn aufgrund falscher Diagnose und Behandlung Spätfolgen zurückbleiben sollten. Denn nichts fürchtet die Bundeswehr mehr als a) schlechte Presse und b) für ausgeschiedene Soldaten auch noch löhnen zu müssen.

Krankmeldung
Die Pflichtübung eines jeden Soldaten. Denn jeder Soldat weiss: Je länger er KZH geschrieben ist, umso mehr Geld bekommt er. Zivile Arbeitnehmer dürfen ruhig grün vor Neid werden.
Genaugenommen muss man aber Simulanten im San-Bereich zu der Gruppe der Kameradenschweine zählen, da sie mit dafür sorgen, dass ernsthaft kranke Kameraden in die Hände von höchst unmotivierten Kurpfuschern geraten.

Krawalleier
Handranaten
(Stichwort von Wolfram S.)

Krawallnikoff (NVA und mittlerweile auch Bw)
Kalaschnikow AK 47
(Stichwort und Definition von VVS)

Kreta
Bundeswehreigenes Mallorca der FlaRak-Verbände - 6 Wochen saufen, huren und Raketen zuschaun.
(Stichwort und Definition von bawacka)

KrKw
Abkürzung für Krankenkraftwagen, einem Spezialfahrzeug, das weniger für den Transport von Kranken, sondern vielmehr zum Warmhalten verweichlichter Sanis auf übungen und Standortschießanlagen verwendet wird.
(Stichwort und Definition von: Ein OG d.R. aus Wildeshausen)

Krumm
Ein weiteres Wort, mit dem man Mäuse betiteln kann...

Krüppelkompanie
Ein spezieller Zug von T7-Gemusterten, die dort auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet werden: Kaffee kochen und Fotokopiergeräte bedienen. Aber nur, wenn der Stoß Kopien nicht mehr als 3 Kilo wiegt...

Kübel
VW-Kübelwagen, mit dem man bei Sonnenschein das echte Cabrio-Erlebnis hat. Bei Regen merkt man aber schnell, dass man kübelweise das Regenwasser aus dem Fußraum schöpfen muss, weil das blöde Ding einfach überall durchleckt. Wenn der Kübel so ausgelutscht ist, dass sich die Reparatur wirtschaftlich nicht mehr lohnt, wird er an privat verkauft. Der Käufer ist üblicherweise ein INSTler, der das Ding mit seinen guten Ersatzteilquellen wieder aufmöbelt. Es soll auch INSTler gegeben haben, die sich einen PKW allein aus geklemmten Ersatzteilen zusammengebaut haben.
(Stichwort und Definition von Henrik, der 2te)

Kündigungsfrist, 9-monatige
Wehrdienstdauer

Kusseln/ Kusselgruppe
Bezeichnung für eine Ansammlung von Büschen/ Sträuchern/ Hecken. Obwohl der Begriff aus dem Norden stammen soll, hat ihn dort nie zuvor oder danach jemand gehört oder gar benutzt.
(Stichwort und Definition von: Ein OG d.R. aus Wildeshausen)

KZH
Krank zuhause. Der Traum eines jeden Soldaten, da er während der Zeit, die er Zuhause seilt, sowohl Essensgeld als Wehrsold ausgezahlt bekommt und damit ungefähr das Doppelte verdient als seine in der Kaserne schwitzenden Kameraden.
Nicht arbeiten und doppelt verdienen - Zivilisten können davon nur träumen...

KZHbm
Krank Zuhause bei mir
Wird (gerüchteweise) verordnet, wenn die notgeile BW-ärztin mal wieder einen willigen Sexsklaven für Doktorspiele benötigt. Auch wenn sie häßlich ist wie die Nacht - für KZH ist kein Opfer zu groß.

KZH bis DZE
KZH bis Dienstzeitände - Es gibt wohl keinen Soldaten, der diesen Traum noch nicht geträumt hat...

Danke nochmal an "Die Unmoralische"!

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