Geschichten aus der Bw-Zeit
...Die Namen der beschriebenen Personen wurden von der Redaktion geändert... ;-)))
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Nach Hause, nach Hause, nach Hause gehst du nicht...

Schauplatz: Kasernenhof (irgendwo in Sachsen), Antreteplatz
Zeit: Allerletztes Abschlußantreten vor der Entlassung
Situation: Kompaniechef schreitet das allerletzte Mal die Reihe ab

Plötzlich bleibt er vor einem Soldaten stehen.

"Einer von uns beiden ist nicht rasiert, und ICH bin es NICHT."

Darauf der Soldat:

"Und einer von uns beiden geht heute nach Hause. Und SIE sind es WIEDER NICHT."

Die Kompanie grölte.

Resumee: Dafür bekam der schlagfertige Soldat am Tag seiner Entlassung (!) noch einmal 9 Tage Bau aufgedrückt. Er meinte: "Dafür lohnte es sich !".
(Von Sven und Uli)


Es wird geschmust.

Abschlußantreten Freitag Mittag, Chef ist gut gelaunt.

Chef: "....stillgestanden, ins Wochenen..... - ach Mist hab was vergessen:
Meine Herren, hiermit belehre ich sie auf Befehl des Kommandeurs, das es ihnen hiermit bei entsprechenden Konsequenzen verboten ist, mit Kameraden darüber zu reden, das unser HG XY beim Truppenübungsplatzaufenthalt vor 14Tagen angeblich mit der Frau HG XY aus´m SanBereich in der Nähe der Schießbahn XY in, unter, auf oder neben einem 2Tonner - Mist : Spieß - wie heißt das nochma....?!?"
Spieß: "Schmusen Herr Hauptmann"
Chef: ".... geschmust hat. Ins Wochenende weggetreten"



Wo ist der Panzermotor?

Bei der Bundeswehr ist es so üblich, dass die Kompanie morgens vor Dienstbeginn zur Befehlsausgabe vor dem Block antritt. Der Kompaniefeldwebel trat also vor die versammelte Mannschaft und ließ nach der obligatorischen Begrüßung die erste Meldung aus dem Sack. Und die hatte es in sich.

'Männnaaahhh, der Lagerbereich XXX vermißt einen Panzermotor. Weiß jemand etwas über dessen Verbleib?'

Jeder, der schon mal einen Panzermotor gesehen hat, kann sich vorstellen, warum die Kompanie anschließend Schwierigkeiten hatte, die militärische Disziplin aufrechtzuerhalten...



Kuchenplatte

Wir erhielten Morgens den Auftrag den Speicher des KpTrp´s auszumisten. Dabei fanden wir neben ganz viel Gerümpel auch diverse Kuchenplatten, die natürlich, wie es sich für eine deutsche Hausfrau gehört, mit Namensschildchen versehen waren. Allerdings gab es solche Namen in unserer Kp nicht. Also entfernten wir erst einmal die Staubschicht von den Kuchenplatten und gingen dann nachfragen wer das denn sein könnte. Es stellte sich heraus, das die Kuchenplatten wohl von einem Fest stammten, das einige Jahre zuvor von den Unteroffizieren und Feldwebeln veranstaltet wurde und die Besitzer der Kuchenplatten inzwischen als Stabsfeldwebel aufwärts in höhrere Positionen versetzt worden waren. Natürlich waren wir so nett und schickten den hohen Herren die Kuchenplatten als Dienstpost hinterher, was wiederum einigen Tumult verursachte, denn der Spiess mußte sich dafür einiges aus dem Stab anhören - Kuchenplatten als Dienstpost quer durch Deutschland hat schon was - aber er fand nie heraus, wer die Kuchenplatten verschickt hatte.



Drogenfunde

In unsere Kompanie mußten irgendwann einige SaZ (davon hatten wir einige) den hut nehmen, weil sie drogen konsumiert hatten. Das ganze ist aufgeflogen, weil unser Chef mal wieder den StUffze mit Stubenkontrollen hinterher war. Auf einer Stube lag ein Uffz und ein HG UA. Als der HG auf den unteroffizierslehrgang Teil 1 ging, stand mal wieder ein Stubendurchgang nur bei den StUffzen an. Der Uffz aus der Stube hatte es sich aber beim Aufräumen zu einfach gemacht: Ein paar Wochen später stand ein Förster an der Wache, 3 Müllsäcke im Auto und einen Brief in der Hand. Die Müllsäcke hatte er im Wald gefunden und um den Besitzer zu ermitteln hatte er sie geöffent und prombt einen Breif an den HG UA gefunden, dem dessen Freundin in ihm in die Kaserne geschickt hatte. Leider hatte der Brief einen recht brisanten Inhalt, sie drohte ihm an ihn zu verlassen, wenn er seine Drogen nicht sein lassen würde. Natürlich gab das einen riesigen Aufstand, mit folgender pikanter Episode: der HG UA kam am 31. frisch zum Uffz befördert vom lehrgang und wurde am 01. wegen Drogenmissbrauchs entlassen. Aber die Sache ging noch weiter: Einige Wochen später durchsuchten Kommandeur und Hauptmann eine Stube, da sich zwei Soldaten in der Nähe des Büro´s des KpChefs über das Gras unterhielten, das sie auf der Stube anbauten. Der Kommandeur und der Chef verloren aber nie ein Wort über die einem Blumentopf angepflanzt.Aktion. Hatten doch die beiden OG´s ihren Scherz gut geplant und Rasen in die Blumentöpfe gepflanzt... ;)



Null?

Unglückliche Umstände wollten es, dass unsere Kompanie noch kurz vor meiner Entlassung zu einem einwöchigen Schießplatzaufenthalt nach Ehra-Lessien ausrücken mußte. In der Stammeinheit ist so ein Aufenthalt eigentlich recht spaßig, da der ganze Dumm-Fick i.d.R. entfällt; aber dieses mal war ich nicht sonderlich begeistert. Denn eine Woche Schießplatz hinterläßt eine Menge Dreck in der G3 - und das wenige Tage vor der Endreinigung. Also hieß die Devise 'Seilen ohne Ende'.
Auf einem Truppenübungsplatz ist das auch nicht weiter schwierig. Vor den Kampfbahnen müssen die Soldaten sogenannte Rennen bilden (Ein Rennen ist eine Gruppe von Soldaten, die gemeinsam auf die Kampfbahn gehen). Wenn man in etwa die Zeit abschätzen kann, die eine solche Gruppe auf der Bahn verbringen wird, wählt man natürlich ein Rennen, das garantiert   n i c h t   mehr vor dem Mittagessen dran sein wird. Nach dem Mittagessen wiederholt man das Spielchen auf einer anderen Bahn. Die Warterei überbrückt man am Kantinenwagen oder macht zum Zeitvertreib etwas Stationsausbildung. Eine andere Möglichkeit ist es, mit dem Shuttle-Bus von einer Kampfbahn zur nächsten zu fahren, dort auszusteigen und auf den nächsten Bus zu warten. So kriegt man auch den Tag um. Wenn einem das zu langweilig wird (und es wird, das kann ich sagen), dann kann man sich ja immer noch als MG-Schütze melden...
Aber man darf nicht zu übermütig werden. Am Tag Vier saßen wir abends auf der Stube und reinigten die Gewehre. Ich, mitten dem Rücken zur Tür, hatte locker alle Viere von mir gestreckt und das saubere, zusammengesetzte Gewehr vor mir auf dem Tisch liegen. Meinen Null-Schuß Plan hätte ich eigentlich aus lauter Langeweile schon längst aufgegeben, Endreinigung hin oder her, wenn ich nicht von dem Ehrgeiz gepackt worden wäre, mal eine Woche auf einem Truppenübungsplatz ohne Abgabe eines einzigen Schußes verbracht zu haben. Plötzlich öffnete sich die Tür.

Na, Gefreiter Gansel, so entspannt heute? Wenn sie mir jetzt sagen, ihre G3 sei gereinigt, dann glaube ich ihnen das nicht.

Ouh Ouh, Stimme vom Hauptmann. Holy Shit.

Ähhh, das Gewehr ist gereinigt.
Das wollen wir doch mal sehen. Nehmen sie es mal auseinander.


Ich nehme also den Püsterich auseinander, Hauptmann guckt ins Rohr, fingert im Patronenlager rum und findet - nichts.

Kaum zu glauben, ihr Gewehr ist tatsächlich gereinigt. - Sagen sie mal, wieviel Schuß haben sie eigentlich abgegeben?
Äh, das kann ich nicht so genau sagen. Gezählt habe ich nicht.
Schätzen sie mal.
Ähm, so viele waren das nicht.
Schätzen sie doch mal etwas genauer.
So, ähh, plus/minus Null.

Es folgten einige Sekunden des Schweigens. Dann, etwas ungehalten aber nicht unbedingt unfreundlich:

Herr Gefreiter Gansel, morgen nach dem Antreten melden sie sich bei mir. Ich sorge dann höchstpersönlich dafür, dass sie im ersten Rennen schießen werden.

Leider, Leider wurde der Hauptmann dann am nächsten Morgen direkt nach dem Antreten von einem reich dekorierten Lamettahengst entführt. Da wollte ich wegen einer solchen Lappalie ja auch nicht stören...




Wer hat da geschossen?

Meine Beste Wache überhaupt:

Wir sind wie üblich im Gänsemarsch zu Vergatterung gelatscht. Vor uns steht ein älterer Feldwebel, der den OvWa machen soll mit braunen (!) Rangabzeichen an denen die "Rennbahn" fehlt und teilt uns mit Verschwörermiene flüsternd das Kennwort mit.
Nach der Vergatterung erste Vermutungen:

"Was'n das für einer?"
" Muß Marine sein, die ham doch goldene Abzeichen, vielleicht hatter die lange nich gewaschen? "
"Nix Marine, die ham auch ne Rennbahn und die Abzeichen aufm Arm!"

Der Wachbereich des Haupttores wird flankiert vom Wachgebäude mit dem UvWa und unsereins und dem Büro des OvWa. Das Ganze wurde noch von einem weißen Strich eingerahmt, der den Wachbereich der Wache eingrenzt. Wachbereich ohne triftigen Grund verlassen ist strengstens verboten!
Zwischen 2 und 3 Uhr morgens schleiche ich als Wache trübsinnig im Wachbereich des Haupttores hin und her, als plötzlich ein Schuß fällt. Hinter die Sandsäcke springen und vorsichtig nach draußen spähen war eins. Beim UvWa geht das Fenster auf:

"Wer hat da geschossen?"
"Keine Ahnung, war aber ziemlich nahe."
"Wo ist denn der OvWa?"
"Weiß nicht, eben war da noch Licht an."

Der UvWa versucht nun vergeblich den OvWa anzurufen. Zum Schluß rennt er selbst rüber. Danach überschlagen sich die Ergeignisse: Innerhalb von 15 Minuten sind der Geschwaderkommodore, der Oberfeldarzt, stelliOvWa, UvWa und 2 Sanis da. Riesenwuppdich und für mich die Order die Klappe zu halten, würde mich nix angehen, usw...

Was war passiert?

Der OvWa war ein uralter Haudegen. Ganz ganz früher, so kurz nach Adolf waren wohl mal die Rangabzeichen generell braun und die Feldwebel hatten keine Rennbahn auf den Schultern. Jedenfalls stand der Kerl kurz vor der Pensionierung und wollte mit Gewalt noch einmal den OvWa machen. Er macht also die Vergatterung als ob der Russe uns Mikros in die Hosen gewebt hätte und verzieht sich in sein Büro zum pennen, weil er leichtes Fieber hat. Nachts kommt er auf die Idee seine P1 zu reinigen und prompt löst er dabei einen Schuß, der zielgenau das abgeschlossene Aktenbord mit den Geheimbefehlen für den Ernstfall trifft. Der OvWa ist aber zu blöde zu begreifen, daß er den Schuß ausgelöst hat, springt hinters Bett und macht das Licht aus.
Der UvWa findet den Kerl dann fiebrig zitternd im Büro und holt die Sanis aus der SanStaffel. Die diagnostizieren knappe 39 Fieber und eine dicke Grippe. Da der OvWa aber nun ja Wachvorgesetzter ist, läßt er sich von den Sanis den Wachdienst nicht verbieten, also wird der Oberfeldarzt gerufen. Auch hier hilft es nichts: Der OvWa erkennt die Anweisung des Oberfeldarztes als Fachvorgesetzter nicht an und erklärt, daß er sich die Wache nur vom Kasernenkommandanten verbieten läßt. Der hat aber eine Anreise von knapp 1,5 Stunden, also wird der Geschwaderkommodore hergeholt. Ergebnis: OvWa bleibt im Dienst schlafend im Büro, stelliOvWa macht den Außendienst. Im Morgengrauen wälzt sich der OvWa trotzdem aus dem Bett zur Flaggenparade.
Er grabscht sich die Fahne aus dem Regal und fragt:

"Wer hat schon mal Flaggenparade gemacht?"

Zwei Kameraden und ich melden sich. Der OvWa wirft mir die Flagge in die Arme:

"Seh zu das Du den Lappen hochkriegst, ist schon hell draußen!"

Jeder, der weiß, was für ein Zirkus um die Dienstflagge gemacht wird kann nachvollziehen, warum allen der Mund offenstand. Was sollte ich machen, ich hatte einen Befehl bekommen und mußte den nun ausführen. Ich schnappe mir also meine Kameraden, wir stellen uns draußen auf und ich komme bis:

"Flaggenparade! Achtung!"

Der UvWa stürzt wie doof aus dem Wachgebäude:

"Was wird denn das hier? Flaggenparade muß der OvWa machen!"
"Ich habe gerade Befehl bekommen! Ich zitiere: den Lappen hochzuziehen."


Wie abgesprochen fährt gerade der Kasernenkommandant in die Kaserne, sieht uns und bleibt stehen und sieht interessiert zu was weiter passiert.
"Oh Mann, jetzt bau keinen Scheiß" meint der UvWa und verpißt sich. Wir haben dann Flaggenparade gemacht mit allen Schikanen. Ich habe mir vor Nervosität (mittlerweile hatten so an die 20 Leute mitbekommen, daß da gerade drei Gefreite Flaggenparade abhalten) die Lunge aus dem Hals geschrien. Aber das Ding hing richtig herum am Mast.
Anschließend bekam unser Staffelchef eine kleine Förmliche vom Kasernenkommandanten, weil wir das so gut gemacht haben. Das habe ich aber erst ein paar Wochen später erfahren.

Einen Tag später wurde eine Sekretärin vereidigt und zum durchsuchen der ramponierten Geheimbefehle abgestellt. Die kaputten Papiere wurden dann unter Aufsicht der Wache verbrannt und per Phantomjäger-Eilkurier ersetzt. Der Jäger kam aus Bayern und hatte sehr deutlich "Ossi-Airlines" am Leitwerk geschrieben...
(Von Jürgen Bruns)




Flieger Bröcker

Auch beliebt war Flieger Bröker (oder so ähnlich). Der arme Mensch war zu doof ein Loch in Schnee zu pissen, löste aber Integrale im Vorbeigehen und konnte alle Länder Afrikas inkl. Hauptstädte im Schlaf aufsagen. Typischer Abi-mit-1,1-aber-sonst-tote-Birne Mensch. Zu allem Überfluß war er mit einer mittelprächtigen Akne geschlagen, die sich von der Korkenasche, die wir uns auf den Geländeübungen ins Gesicht schmieren mußten noch schlimmer wurde. Er geht also zur Sanstaffel und läßt sich vom Arzt eine Salbe und einen Schein zur "Befreiung von der Geschichtstarnung" verpassen.
Als wir dann wieder mal im Gelände waren und unser Ausbilder (ein richtig scharfer Hund!!) in das blanke Gesicht von Bröker sah, hagelte es erstmal einen Anschiß:

"Flieger Bröker! Ich glaub ich lüge! Wo ist ihre Gesichtstarnung?!"
"Ja, aber Herr Unteroffizier, das ist doch... ich meine... ähm ich war doch in der Sanstaffel."
"Ja und?"
"Naja, und da bin ich doch Gesichtsbefreit!"

Anschließend gabs einen Einlauf wegen "Verlassen des Gliedes". Wegen Brökers "Gesichtsbefreiung" sind zwei Kameraden vor Lachen zusammengesackt.

Bröker hatte feste Gewohnheiten. Unter anderem die, um Punkt 21 Uhr schlafen zu gehen und ab und zu im Schlaf zu sprechen. Wie man sich denken kann wurde er deswegen von allen aufgezogen. Sein einziger Widerstand bestand in dem Wort "Blödmänner" zusammen mit einer Leidensmiene, die jedem Zuschauer vermuten läßt, daß er gleich zu Mutti läuft.
Bröker war also mal wieder im Bett und pennte und der Zapfenstreich stand an. Der UvD betritt die Stube und ein Kamerad meldet diese als "gereinigt, gelüftet, usw." ab. Mittendrin fliegt Brökers Stiefel in Richtung UvD:

"Schnauze da! Ich will pennen."

Der UvD ist total verdattert und geht zu Brökers Bett. Der hat sich zwischendurch wieder umgedreht und pennt selig weiter.

"Hallo, Flieger Bröker!"
"Halts Maul!"
"Flieger Bröker, ich bin der UvD und sie rechtfertigen sich jetzt!"
"Haha! Verarschen kann ich mich alleine und jetzt verpiß Dich, sonst gibt's was an die Omme!"

So richtig Ärger hat er dafür nie bekommen. Der UvD wurde von uns aufgeklärt, Bröker schlief weiter und hat geglaubt wir würden ihn verarschen, als wir ihm am andern morgen sagten warum er sich doch mal beim UvD melden sollte.
(Von Jürgen Bruns)




Knödel's Fenstersturz

Letzte Story:
Gefreiter Knödel (der hieß wirklich so!). Ein Prolet vor dem Herrn! Wenn man Wache hat, herrscht 24 Stunden vorher Alkoholverbot. Das hat aber Knödel nicht interessiert und er ist fröhlich in die Disco gewankt (Zapfenstreich gabs nicht mehr). Er kam um 4 Uhr morgens stockbesoffen in die Stube und mußte zu seinem Spind einmal quer durch. Auf dem Weg dort hin lagen seine Stiefel, die Hose, Hemd und Unterhose (natürlich war er in Uniform in der Disco!). Da stand er nun alkoholgeschwängert in Socken und Unterhemd von seinem Spind und bekam Pinkeldrang. Er macht also das Fenster auf, stellt sich auf die Fensterbank und fällt beim pinkeln aus dem Fenster. Gottseidank war die Stube im Erdgeschoß und er fiel in die frisch angelegten Blumenbeete. Vom Fenster zum seinem Bett zog sich dann eine Spur frisch mit Urin befeuchteter Erde und ein paar Blutspuren. Danach hat er sich ins Bett gelegt und geschnarcht wie ein Bär in der Sonne. Mein Kamerad, der im unteren Bett neben Knödel schlief hatte sich schon vor Tagen einen alten Besenstiel besorgt, mit dem er Knödel anstieß, wenn er allzu laut schnarchte. Diesmal aber nützte anstoßen gar nichts. Mein Kamerad rastete schließlich aus und prügelte regelrecht mit dem Besenstiel auf Knödel ein.
Morgens war er dann selbst vom UvD nicht wachzukriegen. Angesichts seiner Verletzungen vom Fenstersturz und der blauen Flecken vom Besenstiel wurde dann von oberer Seite gemutmaßt, daß er eine Prügelei angezettelt hätte. Auf der Wache wurde dann seine Alkoholfahne sofort bemerkt, zumal er noch ein paar dumme Sprüche gerissen haben soll. Er hat dann "nur" 3 Wochenenddienste aufgebrummt bekommen.
(Von Jürgen Bruns)




'Schüttelhannes'

Der Gefreite Schüttelhannes war in der Kompanie bekannt wie ein bunter Hund. Eigentlich hieß der Gute ja Schleppkenhans*, aber nach einem 'Wachvorfall' der besonderen Art nannte ihn kaum noch jemand so.

Schleppkenhans und einige seiner Kameraden lagen abends in der Wachstube in ihren Feldbetten und versuchten, bis Beginn der nächsten Schicht noch etwas Schlaf zu finden. Das heißt, alle außer Schleppke versuchten es, denn Schleppke hatte Druck und holte sich erst einmal einen runter. Seine Kameraden sagten angesichts des unterdrückten Keuchen und Stöhnens in der Wachstube erst einmal nichts. Wenn der Arme so einen Hormonstau hat, dann sei ihm der Abbau auch gegönnt.
Aber Schleppkenhans war ein Genießer. Kurz vor dem Abgang legte er eine Pause ein, um dann frisch gestärkt wieder ans Werk zu gehen. Dieses Spielchen wiederholte sich einige Male. Schließlich wurde es seinen Kameraden zu bunt:

'Hör auf zu schütteln, Hannes. Wir wollen schlafen.

Ähmmm, ich habe nicht gewichst, ich hab' mich nur am Kopf gekratzt...


Das war das Ende von Schleppkenhans und die Geburt von Schüttelhannes...

Aber Schleppke's Aufstieg zum Deppen der Kompanie hatte schon viel früher begonnen. Am ersten Tag nach der Einberufung ist es üblich, die neuen Rekruten durch die Kaserne zu führen, um sie mit den Lokalitäten vertraut zu machen. Nach einem solchen Rundgang stand der Zug angetreten vor dem Block und erwartete die Anweisung 'Auf die Stuben wegtreten' von ihrem Zugführer. Doch dieser vergewisserte sich vorher noch, ob alle Fragen geklärt seien. Schüttelhannes hatte selbstverständlich noch eine:

'Wo war eigentlich noch mal der Parkplatz?'

Der Zug bedankte sich anschließend für die zusätzliche Kasernenrunde.

Schleppke war es auch, der fragte, ob er an der BW-Tankstelle auch sein Privat-PKW betanken dürfe. Im Gelände blieb Schleppke, obwohl soeben Stellung befohlen wurde, aufrecht stehen, kramte umständlich in seiner Hosentasche herum, holte sein Taschentuch heraus und trompetete lautstark hinein.

'Schütze Schleppkenhans! Es ist Stellung befohlen!'
Aber... Aber... ich mußte mich doch schneuzen...

In der Stammeinheit arbeitete Schüttelhannes als der Eierschunkler vom Refü. Jeder Soldat, der sein Büro betrat, wurde mit den folgenden Worten begrüßt:

'Hallo, komm rein, setz dich und nimm dir ein Keks. Oh, wir haben ja keine Kekse. Also setz dich nur.'

Wenn man also wartet und wenn während der Wartezeit 4 oder 5 weitere Soldaten das Büro betreten, die alle mit dem selben Spruch empfangen werden, dann ist man wirklich bereit, die mühselig auf den Schießplatz antrainierten Fähigkeiten in der Praxis einzusetzen, wenn nur die blöden G3's nicht unter Verschluß wären...

* Name von der Red. geändert.


'Wildsau'

Das wäre Obelix nicht passiert: Auf der nächtlichen Flucht vor einem Wildschwein ist ein Bundeswehrsoldat im westfälischen Coesfeld auf einen Baum geklettert und rief per Handy die Polizei um Hilfe. Die Beamten kamen auch prompt, 'trafen aber keine Sau mehr an', berichtete ein Polizeisprecher. Daraufhin traute sich der Soldat vom Baum herunter und bedankte sich bei seinen Rettern. Der 23jährige war nach einem Diskobesuch auf dem Weg in die Kaserne im Wald von dem Tier überrascht worden. Für einen Kampfeinsatz gegen Wildschweine war er offenbar nicht ausgebildet worden.
(Aus der Recklinghäuser Zeitung vom 29.7.1999)




Hubschrauber-Löschbereitschaft:

Ich war damals in meiner Stammeinheit in der GFZ-Kaserne in Mainz. Auf dem Gelände befindet sich auch das Gebäude des Stabes des WBK 4 (Wehrbereichskommando).

Auf dem Gelände befand sich weiterhin ein kleiner Hubschrauberlandeplatz für VIP-Flüge. So etwa 3 mal die Woche landete denn auch entweder ein hohes Tier vom Militär oder auch mal ein Politiker. Prominentestes Beispiel war z.B. Kanzler Kohl auf dem Weg in ein Gericht in Mainz (ging damals durch die Presse...).

In dieser Kaserne tat sich keiner weh, seilen gehörte zum guten Ton, die Kappenpflicht war aufgehoben (wegen der ganzen Lametta-hengste vom WBK) und Wache mußte man auch nicht schieben (die übernahm ein ziviler Wachdienst !).

So weit, so gut.
Der ranghöchste Offz der Kaserne war ein 2-Sterne-General. Den kannte man höchstens vom Vorüberfahren seines Dienstwagens. Aber sein Stellvertreter, ein strenger Oberst, war öfter auf besagtem Hubschrauberlandeplatz anwesend. Wohl meist um ebenso besagte (militärische) VIP´s zu begrüßen.

Jetzt kommt unsere Aufgabe ins Spiel: Die Bereitschaft unserer Einheit (immer 2 Mannschaftsdienstgrade) wurde eigentlich nie gebraucht, außer ein Helikopter landete. Kurz vorher wurden dann vom WBK telefonisch 2 Mann angefordert. Am Landeplatz befand sich außer viel Asphalt absolut keine Sicherheitseinrichtung außer einem 250 Liter Tankwägelchen auf einem Anhänger, den man per Hand ein Stückchen aus seiner halboffenen Garage zog, den Schlauch in die eine und den Abzugshahn in die andere. Wir hatten natürlich öfter mal mit den Heli-piloten geplauscht und die meinten: Wenn der Heli brennt, dann nichts wie weg, mit dem Ding ist da eh´ nichts zu machen.
Das ganze war also ziemlich für die Hasen...

Also, es kam mal wieder ein Heli mit 'nem französischen General und 2 meiner Kumpels standen an der Spritze (einer für den Schlauch, der andere zum Grüßen, sollte ja zackig aussehen !). Und ich fuhr mal wieder meine Lieblingsstrecke im BW-Kübelwagen (Ja, genau das absolute Hasen-Kabrio mit klappbarer Frontscheibe !) zum Landeplatz, denn da konnte man so richtig gut Powerslides üben :-)

Dummerweise kommt genau nach 'ner halben Minute dieser Oberst an um auf den Heli zu warten. Unsere, äh, Übungen hatten wir gottseidank noch nicht gestartet, aber jetzt einfach über die Ausfahrt an ihm vorbei und womöglich erklären was wir denn hier zu suchen haben...nein, dachten wir (zu zweit im Wagen), die Blöße geben wir uns nicht. Also richtig vorschriftsmäßig exakt parallel und Stoßstange an Spritze neben die Jungs von der Löschbereitschaft gefahren.
Der Oberst grüßt, wir aus dem (offenen) Kabrio zurück. Der Oberst grüßt die Löschbereitschaft, die Löschbereitschaft zurück (wie immer). Und da kommt auch schon der Heli angeschwebt. Heli landet, General steigt aus, Heli startet (wie immer). Der Oberst grüßt den General, der General zurück (wie immer). Ein Wagen fährt vor, der General steigt ein, der Wagen fährt ab (wie immer?).

O.K. Wir fahren Richtung Ausfahrt Hubschrauberlandeplatz.

NEIN !!!, die haben den Oberst vergessen. Verdammte Hacke! Der kommt auf uns zu. War ja klar. Ist nicht wie immer gewesen, da muß er doch nachhaken.
Ich werd immer nervöser.

An der Ausfahrt fängt er uns ab.
Oberst: "Guten Tag meine Herren, welche Aufgabe haben denn SIE eigentlich ???"
Ich (mich reitet der Teufel): "Keine, Herr Oberst!"
Oberst (völlig entgeistert): "Keine ???"
Ich: "Absolut gar keine!"
Oberst (völlig verdattert): "Keine...hmmm,ähh,gut, weitermachen..." -
streicht sich über den Bart und biegt schnellen Schrittes um die Ecke.

Die Löschbereitschaft (in Hörweite) versucht bereits krampfhaft das LACHEN hinter ihren Sonnenbrillen zu verstecken. Als der Oberst ausser Sichtweite ist, bricht mein Beifahrer zusammen mit den 2 an der Spritze mit schallendem Gelächter völlig zusammen...
(Von Christoph S.)




Für Offiziere...

Als mein Kumpel auf einem Fliegerhorst Dienst tat, war es üblich, daß der Dienstbeginn inkl. Wetter per Fliegerhorst-Rundsprechanlage bekannt gegeben wurde. Das mußte dann ein Wehrdienstleistender machen und hörte sich etwa so an:

"Guten Morgen! Das Wetter: blabla...Es ist 7.30, Dienstbeginn."

An seinem letzten Tag machte der W15er wie üblich seine Meldung. Anschließend knackte es noch einmal und es kam die Meldung:

"Nochmal für Offiziere: Es ist dann 7.30 Uhr, wenn der kleine Zeiger auf der 7 steht und der Große auf der 6!"

Drei Minuten später meldete sich der Geschwaderkommandant mit den Worten:

"Derjenige der das gesagt hat, soll sofort zwecks Wehrdienstzeitverlängerung bei mir antreten! Das ist ein Befehl!"

Resultat: 3 Wochen nachdienen.
(Von Jürgen Bruns)




Mein 'bestes' Schießergebnis

Während unserer Grundausbildung mußten wir jede Woche für einen Tag auf die Schießbahn. An einem dieser Tage stand auch ein Übungsschießen mit der MP (UZI) auf dem Plan. Geschossen wurde mit 12 Kugeln auf eine Zielscheibe. * Ich schoß also. Anschließend begutachtete der als Sicherheitspersonal eingeteilte Stuffz die Zielscheibe.

Stuffz: 'Nicht schlecht, Schütze Gansel. Bis auf zwei alle ins Schwarze. Zur Belohnung dürfen sie gleich mit dem Tonner zurück in die Kaserne. Schreiber, 144 Punkte.'
Ich: 'Ähmm, das geht nicht. Ich kann keine 144 Punkte haben.'
Stuffz: (schaut sich die Scheibe nochmals an) Für mich sind und bleiben das 144 Punkte.
Ich: 'Kann nicht sein.'
Stuffz: 'Und warum, wenn ich fragen darf?'
Ich: 'Ich habe 12 Schuß abgegeben, das Schwarze zählt 10 Punkte. 10*12 ergibt was?
Stuffz: 'Ähhmm, ich glaube, sie haben recht. Das müssen wir wohl nochmal rechnen.'

Das Schießergebnis war aber trotzdem noch gut genug, um als Belohnung mit den Tonner in die Kaserne zurückfahren zu dürfen. 5 km Marsch und Gesang gespart (-:


*Wenn sich jemand beschweren will, weil mit der UZI niemals mit 12 Kugeln geschossen wird: Diese Geschichte liegt schon einige Jahre zurück und mit wie vielen Kugeln nun tatsächlich geschossen wurde, kann ich im Nachhinein nicht mehr sagen. Für die Geschichte ist das aber auch nur nebensächlich.




Zwoter, bitte kommen!

Auf meiner letzten Übung bei der Bundeswehr spielte sich eines Abends folgendes Miniaturdrama ab: Abends um halb 10, nach einer Nacht ohne Schlaf wollte unser Zugführer jemanden anfunken. Man hörte also:

'Acht zwo, hier Zugführer zwoter, bitte kommen!'

Nur hatte der gute Mann völlig vergessen, dass er den Zug gewechselt hatte. Ergebnis: Er rief sich selber, da acht zwo die taktische Abkürzung von Zugführer zwoter war. Naturgemäß fühlte sich jetzt niemand veranlaßt zu antworten. Dieses Schweigen im Äther wurde zuerst noch geduldig aufgenommen:

'Acht zwo, hier Zugführer zwoter, bitte kommen, bitte kommen!!'

Natürlich wieder keine Antwort. 30 Sekunden später:

'Acht zwo, hier Zugführer zwoter, bitte KOMMEN KOMMEN!!!!'

Stille, aber nur noch 10 Sekunden (die Geduld ging zu Ende):

'Acht zwo, Acht zwo, hier Zugführer zwoter, hier Zugführer zweiter, KOOOOMMMMENNN!'

Inzwischen war wohl alles was auf der Frequenz hören konnte nur noch am Gröhlen, der Humor war wie immer einseitig, dem guten Mann riß nun endgültig der Geduldsfaden:

'Acht zwo, WENN SIE NICHT AUF DER STELLE ANTWORTEN DANN KOMME ICH PERSÖNLICH VORBEI UND DANN BRINGE ICH IHNEN BEI, WAS ES HEIßT, MIR NICHT ZU ANTWORTEN!'

Es erbarmte sich der Feuerleituffz, machte seinen Bagger auf und rief: Das sind sie doch selbst" hinüber. Man konnte die darauffolgende Stille regelrecht hören, was auch daran lag, dass inzwischen kaum noch jemand Luft zum Atmen hatte.
Wer dachte, das war es jetzt, der wurde eines besseren belehrt. Zwanzig Sekunden später:

'Zwotes, hier Zugführer zwote, bitte kommen.'

Na, endlich, wir waren gemeint, also Antwort:

'Zugführer zwoter hier zwotes kommen'

Und nun kam es:

"Hier, (Pause), ähhh, (längere Pause), mhhh, (ganz lange Pause), WER ZUM TEUFEL WAR ICH JETZT NOCH MAL, (Pause), äh, (lange Pause in der detulich vom Feuerleituffz der Ruf zu hören war: "Zugführer zwoter"), ach ja, hier Zugführer zwoter, wieviel Schuß haben Sie noch am Geschütz, kommen?"

Zur Antwort mußte mein Funker aufs Dach der Haubitze klettern, damit unser Lachen nicht über Funk zu hören war.
(Von Florian Trombach)




Fähnrich F., die erste:

Der dämlichste Vorgesetzte, den ich bei der BW erlebt habe, dass war Fähnrich F. Er kam als Fahne, wurde Oberfahne und ging als Lolli. Und niemals, wenn von ihm gesprochen wurde, dann anders als so. Sein Name und sein Dienstgrad fielen einem nur ein, wenn er vor einem stand.

Er führte sich gleich richtig ein. Wir waren im Gelände mit den Haubitzen, als er mit dem Spieß vorfuhr. Der neue Zugführer. Die Spannung war groß, immerhin war es noch völlig offen, wie der sich einpassen würde (tja, wenn die Uffze rar sind und die Mannschaften die Geschütze führen, dann ist die normale Hierarchie ein wenig auf den Kopf gestellt).

Er also, sportlich, sportlich, in das erste Geschütz reingehüpft, dort allen Menschen die Hand gegeben und das ohne militärisches Antreten. Sah gut aus, machte Eindruck. Er stellte auch die richtigen Fragen, hörte zu, kurzum, es ließ sich gut an bis zu dem Moment, an dem er aus dem Bagger raus wollte. Nun muß man sich dafür schon ziemlich tief bücken und darf sich erst einen Schritt NACH der Luke wieder aufrichten, weil außen noch Staukästen angebracht sind. Fähnrich F. bückte sich, ging durch die Luke und richtete sich auf. Ein dumpfes Dröhnen (Hohlkörper auf Hohlkörper) ein Schrei und ein Fluch waren zu hören. Na ja, ist jedem Mal passiert, hatten wir direkt Mitleid mit. Nur...

...bei jedem der drei Geschütze aus denen er an diesem Tag ausstieg richtete er sich sofort nach der Luke auf. Und es blieb nicht dabei. Es war direkt absonderlich. Bis zum Ende seiner Zeit bei uns haben wir immer darauf gewartet, dass er mal ohne Kopfschmerzen das Geschütz verläßt. Er hat auch nie begriffen, warum er bei Inspektionen nachts immer nur höchstens ein Geschütz überraschen konnte. Die anderen waren ja akustisch bestens vorgewarnt. Ein Dröhnen, ein Schrei, ein Fluch und alle wußten, die Fahne ist wieder unterwegs. Selbst an seinem letzten Tag hatte der arme Kerl es nicht gelernt. Er wollte noch ein paar Fotos von sich im Geschütz haben. Beim Aussteigen... richtig. Der Zug lag hilflos japsend am Boden als er dann noch sagte: "Ich glaube bald habe ich es begriffen!"
(Von Florian Trombach)



Fähnrich F., die zwote:

Irgendein Witzbold war auf die Idee gekommen, uns im Biwak übernachten zu lassen. Verpflegung: Pro Nase 2 Kartoffeln, 1 Zwiebel, 1 Ei, Brot und Butter (Salz war vergessen worden). Jetzt saßen wir vor unserem Lagerfeuer und überlegten, was man damit so machen kann. Wir hatten uns gerade auf Rührei geeinigt, da kam F. vorbei. Er machte daraufhin den glorreichen Vorschlag, das Ei dadurch zu erhitzen, dass man es ins Feuer rollen sollte. Es hat ihn auch nicht stutzig gemacht, als wir ihm gesagt haben, dass er das bitte mit seinem ausprobieren sollte. Er fing immer noch nicht an zu denken, als wir alle in Deckung gingen nachdem das Ei im Feuer lag. Erst, als es platzte (das geht wie in der Mikrowelle) und er ziemlich gut mit Ei bekleckert war, wurde ihm klar, wie dämlich seine Idee doch gewesen war. Zumindest waren wir am nächsten Morgen aller Diskussionen über nicht geputzte Klamotten ledig, denn er konnte mit Sicherheit nichts mehr sagen.
(Von Florian Trombach)




Fähnrich F., die dritte:

Zu den Grundtugenden eines Vorgesetzten bei der BW gehört das: "IHHM GLEICHSCHRITTT MAAARSCH! LINKS ZWO DREI VIER, LINKS ....." F. gehörte nun aber zu jenen seltenen Vögeln, die absolut kein Rhythmusgefühl haben. Er zählt ungefähr so... Links...zwo..drei......virr. Alle Versuche von uns, ihm klarzumachen, dass nicht wir falsch gehen, sondern er falsch zählen würde blieben so lange erfolglos bis er mal von einem Hauptmann der Grenis zusammengestaucht wurde mit Ausdrücken, die disziwürdig waren. Die Grenis übten auf dem gleichen Platz gerade mit neuen Rekruten...
(Von Florian Trombach)




Fähnrich F., die vierte:

Nachtschlaf ist eine schöne Sache. Leider ist sie auf Übungen bei der BW teilweise etwas seltener (es gibt auch Einheiten wo TTV nicht ganz oben steht). Um drei Uhr morgens erforderte es die Manöverlage: Stellung verlegen. Nun gab es da ein kleines Mißverständnis zwischen der höheren Ebene und F. Zwischen Vorbereiten zum Stellungswechsel und Stellungswechsel ist eben halt ein kleiner Unterschied. Ergebnis: Hektische Anfrage von oben, warum wir nicht schon längst in der neuen Stellung wären. Es kam also zu einem überhasteten Aufbruch und F vergaß völlig, uns über die Lage der neuen Stellung zu informieren. Wäre auch nicht tragisch gewesen, wenn er nicht seinem Fahrer gesagt hätte: So lange geradeaus, bis ich etwas anderes sage. Der arme Mensch hielt sich natürlich dran, nichts ahnend, dass sein Chef nach 5 Minuten im Stehen eingeschlafen war. So fuhren wir und fuhren wir und fuhren wir... über eine halbe Stunde geradeaus. Dann ging es nicht mehr weiter und beim Bremsen wachte er dann auch prompt auf. War gar nicht so einfach, herauszufinden, wo wir waren und wo wir denn nun hinsollten und das ganz dann möglichst auch noch, ohne dass es Vorgesetzten auffiel. Vertuscht wurde das Ganze übrigens durch eine Reihe von "Motorpannen" was den Fahrer noch den Rüffel einbrachte, sie sollten besser aufpassen.

Ach ja: Am Tag vorher hatte F. noch folgenden Spruch gebracht:" Nun stellen Sie sich nicht so an mit dem Schlaf. Sie werden sich ja wohl noch ein bisschen zusammenreißen können!"
(Von Florian Trombach)




Fähnrich F., die fünfte:

Es ist eine Binsenweisheit, dass man niemals eng hinter einem Panzer herfahren soll, weil die a) so schnell bremsen und b) dabei auch noch hinten erst hochgehen um sich dann auf das druntergefahrene Auto zu senken. Ist für das Auto und die Insassen nicht so gesund, dem Panzer ist es egal. Für Panzerhaubitzen gilt ähnliches. Weniger bekannt ist indessen, dass zwar ein Panzer bei 40 innerhalb von 5 Metern steht, der Panzerchef aber einen Bremsweg von 15 Metern hat, wenn er vorher nicht Bescheid weiß.

Und so sollte F eines Tages auch mal ein Geschütz führen. Und da machte er dann den fatalen Fehler, dem Fahrer "Panzer halt" zu befehlen. Das bedeutet aber (im Gegensatz zu "Panzer anhalten") eine sofortige Vollbremsung. Befohlen, ausgeführt und F. flog in hohem Bogen über die ganze Haubitze hinweg in eine riesen Schlammpfütze auf dem Feld. 5,8 in der B-Note, keine schweren Verletzung, nur der Kopfhörer für den Funk war hinüber. Aber für 3 Tage mußte er mit der verschlammten Kombi durch die Gegend laufen und jedesmal wenn ein Vorgesetzte kam war er garde hinter´m Busch.
(Von Florian Trombach)




Fähnrich F., die sechste:

Er hatte es endlich geschafft. Wir hatten ihm über alle Hürden hinweggeholfen und er wurde zum Lolli befördert. Na ja, eine Hürde war noch, eine Nachtübung. Er hatte inzwischen begriffen wie der Hase lief und zwei Tage vorher war die Anzahlung in Form von Bier und Würstchen verputzt und die Feier war auch schon geplant. Wir also noch einmal ganz brav so getan als würde er die Befehle geben.
4 Uhr morgens: Oberst zufrieden, Belobigung ausgesprochen, F. erleichtert. Und dann bringt er folgendes: In seiner Erleichterung zündet er sich neben dem Oberst eine Zigarette an. Nachts, auf einer Übung. Der Oberst fast einen Koller bekommen. F. einigermaßen vernünftig reagiert, Belobigung bleibt aufrecht, Beförderung in Sicht und er geht mal zu den Geschützen um sich zu bedanken. Erstes Geschütz, dröhn, zweites Geschütz, dröhn und auf dem Weg zum dritten zündet er sich mitten auf dem freien Feld noch eine an. Der Schrei des Oberst übertönte mühelos einen Panzermotor. Das Ergebnis: Am nächsten Tag wurde noch eine Nachtübung angesetzt um ihm die nun verpatzte Beförderung zu retten. Es war wahrscheinlich eine der teureren Beförderungen bei der BW, denn diesmal mußte er uns richtig versorgen, damit wir mitmachten. Batteriefest mit kaltem Buffet und Bier und Schnaps bis zum Abwinken. Tja, Dummheit kann teuer werden.
(Von Florian Trombach)




Eine Bombe platzt...

Ich hatte Haupttorwache. Es war früh am Morgen, sehr früh, denn es war noch dunkel. Ich sitze also mit einem zweiten Wachsoldaten gemütlich im Wachgebäude. Kreuzworträtsel, Zigarette, das übliche halt. Plötzlich fährt ein alter VW-Bus vor. So einer, wie er gerne in Terroristen-Filmen zum Einsatz kommt. Mit einem Affenzahn vors Tor gefahren und scharf gebremst. Der Fahrer steigt ca. eine halbe Minute später aus, geht zum Tor und schiebt ein kleines weisses Päckchen unten durch.
Ich schaue meinen Kameraden an, er schaut mich an. Beflügelt durch den fehlenden Schlaf und erhöhten Stress der vergangenen Wachstunden, und das ominöse Aussehen des VW-Busses denken wir beide natürlich gleich ans Schlimmste. Genau, an eine Bombe oder sowas in der Art.
Fünf Minuten lang saßen wir starr wie Salzsäulen im Wachgebäude, bis sich mein Kamerad dazu entschloss, unseren Wachuffz zu informieren. Der natürlich total müde und sauer aufgestanden, sich die Story angehört und aus dem Wachgebäude geschaut. "Los, einer von euch geht nachsehen" sagte er zu uns. Da mir beim Bund sowieso alles egal war, bin ich direkt auf diesen Befehl rausgegangen um die "Bombe" zu bergen. Ich also hin und als ich auf einen Meter ran war, musste ich mir dermaßen das Lachen verkneifen, denn ich wollte mir noch einen kleinen Spass gönnen.
Ich hob das Päckchen ganz vorsichtig hoch und trug es langsamen Schrittes Richtung Wachgebäude. Mein Wachkamerad öffnete die Tür und sah dabei, wie der Uffz auch, ziemlich ängstlich aus. Ich grinste, warf die Kompaniezeitungen auf den Boden und sagte: "Hier habt ihr was zum lesen". Wir haben unserem Uffz am nächsten Tag ein paar Bier spendiert, damit er seine Klappe hält.
(Von Michael Adler)




Der Durchbruch

Ich war bei der Panzertruppe und so ein Leopard II hat bekannterweise ein Flak- und ein Turm-MG.
Wir hatten Übung, in der vom Flak-MG mit scharfer Mun und vom Turm-MG mit ÜbMun geschossen wurde. Da bei ÜbMun das MG mit einem geschlossenen Mündungsfeuerdämpfer benutzt wird, hatte folglicherweise das Turm-MG genau diese geschlossene Version.
Nun kommen auch beim besten MG gelegentlich Störungen ins Spiel. Unser Ladeschütze, der u.a. das Flak-MG bedienen musste, hatte gerade einer dieser Störungen. Und da es beim Übungsgefecht um die Wurst ging, tauschte er kurzerhand das Flak-MG mit dem im Turm. Leider tauschte er nicht die Mündungsfeuerdämpfer. Und so kam es, das wir nach der Übung einen offenen MFD mehr und einen geschlossenen MFD weniger hatten. Nach der Auswertung des Inhalts vom Patronenauffangsack konnten wir sehen, das die dritte Patrone den Durchbruch schaffte.
(Von Michael Adler)




Dämlack an der Grenze

Auch im österr. Heer gibt es ziemlich dumme Soldaten.
Einer dieser Soldaten war ein gewisser M. Ringhuber (Name "leicht" geändert *g*). Im sechsten Monat unserer Dienstzeit hieß es für uns ab an die Grenze (Österreich-Ungarn) für 30 Tage Grenzschutz. Man kann nichtmal sagen, daß wir unglücklich darüber waren. Da es ja ein Einsatz und keine Übung war, wurden wir natürlich auch nicht geschunden wie ansonsten. Störend waren lediglich die -20 Grad die wir teilweise hatten (vor allem in der Nacht und bei Wind ziemlich unangenehm) und die endlose Steherei auf dem Posten. Auf einem Posten standen immer zwei Rekruten. Prinzipiell durften wir uns aussuchen, mit wem wir den Posten bekleiden wollten, nur in der letzten Woche hat sich unser Gruppenkommandant dazu entschlossen mal die zusammen auf einen Posten zu stellen, die bisher noch nicht das Vergnügen hatten.
So kam es, daß ich also mit "Ringl" wie wir zu Ihm sagten, 7 Tage und Nächte lang (natürlich mit zeitweiligen Unterbrechungen) alleine in der "Wildnis" verbringen durfte. Am schlimmsten waren immer die Nächte (Dienst von 18:00 Uhr bis 6:00 Uhr morgens). Schlafen am Posten war natürlich strengstens verboten, nach 1-2 Wochen war's den meisten aber dann egal und man wechselte sich stundenweise ab. Einer pennte in der Posten-Hütte und der Andere stand davor und hielt Wache. Wissend wie dämlich mein Posten- Kollege ist, versuchte ich natürlich Kapital daraus zu schlagen wenn ich schon eine Woche lang mit dieser Hohlbirne verbringen musste. Ich legte mich also in die Hütte und schlief die erste Stunde wie's ausgemacht war. Nach der Stunde weckte er mich auf und ging selbst hinein um zu schlafen. Ringl war ein Phänomen. Es dauerte keine 20 Sekunden und der Typ pennte wie ein Stein. Naja, ich wollte natürlich keine ganz Stunde draussen stehen und ging daher nach 10 Minuten in die Hütte und weckte Ihn mit den Worten: "Na was is los Ringl, jetzt pennst Du schon wieder fast 1 1/2 Std., stell Dich endlich mal wieder raus!!!". Völlig geschockt sprang er dann immer auf und stellte sich wieder brav vor die Tür auf den Posten und ich hatte wieder eine Stunde mehr Schlaf.
In der dritten oder vierten Nacht unserer gemeinsamen Dienstzeit geschah es, daß sich - als Ringl schon 5-10 Minuten schlief - ein kleiner Geländewagen (Puch) näherte. Das gefiel mir natürlich gar nicht, da mit solchen Fahrzeugen entweder Förster (um diese Uhrzeit eher unwahrscheinlich) oder im schlimmeren Fall hohe Tiere unseres lieben Bundesheeres unterwegs sind und ich beschloss deshalb Ihn mit dem weiteren Vorgehen unsererseits zu beauftragen. Ich klopfte also an die Türe, schrie nur: "Da kommt wer!!!". Jetzt kam mein lieber Freund natürlich in einen leichten Streß: Da der Temperaturunterschied zwischen Hütte und draussen ungefähr 30 Grad betrug, mussten wir uns natürlich beim pennen einiges ausziehen. Durch die eisige Kälte war es noch dazu seeehr viel was da aus- und nachher wieder anzuziehen war. Ringl versuchte sich nun natürlich verzweifelt zu adjustieren. Oder besser gesagt so gut, wie es eben in 10-15 Sekunden möglich war. Wichtiges Detail nebenbei: Einer aus unserer Gruppe (Hofstätter hieß er) ist kurz vor der Abfahrt an die Grenze krank geworden und blieb in der Kaserne, sollte aber nach Genesung sofort nachkommen. So standen wir jetzt (in der Dunkelheit) vor der Posten-Hütte, ich bestens adjustiert und Ringl wie der letzte Penner aus den Slums. Ausgemacht ist aber ausgemacht und so kümmerte sich Ringl zunächst alleine um unseren "Besuch". Mir war eigentlich sehr schnell klar, daß es sich bei den Typen im Puch nur um den Kommandanten des gesamten Grenzeinsatzes (ein verdammt hohes Tier) mit seinem Gefolge handeln konnte. Ringl allerdings dürfte das noch nicht mitbekommen haben, entweder aus Gründen seiner (teilweisen) Nachtblindheit oder weil er noch etwas verschlafen war. So steht der zerzauste Ringl also vor den 3 (ein Brigadier, ein Oberstleutnant und ein Leutnant), nimmt seine Taschenlampe, leuchtet dem Brigadier mitten ins Gesicht und sagt: "Hofstätter, bist es Du?". Ich habe keine Ahnung wie der Typ auf die Idee gekommen ist zu glauben, daß um 3 Uhr Nachts ein Puch zu unserem Posten kommen würde um einen Rekruten abzuliefern der wegen Krankheit erst verspätet zum Grenzeinsatz gekommen ist... Ich hab den Gesichtsausdruck der Drei nicht wirklich erkennen können, aber ich hab Ihn mir mindestens 100 Mal vorgestellt. Anstatt eine richtige Meldung zu erstatten, laberte er also irgendwas von diesem Hofstätter und fing sich so gleich mal das erste Gebrülle des Brigadiers ein, dessen erste Frage Richtung Ringl war ob er den total besoffen sei. Als Ringl mitbekam, was eigentlich vor sich ging, versuchte er verzweifelt noch irgendwie eine Meldung rauszubringen, was Ihm aber auch nach 5-10 Anläufen nicht gelang.
So wandte sich der Brigadier schließlich an mich, ich lieferte die Meldung anweisungskonform ab und wurde sogar noch gelobt. Ringl verbrachte die letzten Tage an der Grenze auf einem Feldposten, dessen Aufgabe darin bestand die ganze Nacht in einer Wiese zu liegen und nach Geräuschen von möglichen illegalen Grenzgängern zu lauschen.

(Von Werner D.)




Tür auf, Tür zu - was denn nu?

Bekanntlicherweise zählt ja der letzte Befehl, den man bekommt, und Vorgesetzte sollten wissen, was sie sagen - theoretisch.
In unserem Stabs-Fernmeldebattailon saßen wir mal wieder auf unseren Stuben und drehten Däumchen (die wichtigen Aufträge, wie Fahrzeuge umparken und technischer Dienst an selbigen war bereits vollzogen).
Auf einmal hieß es "Zwoter Zug, Türen auf!"
Flugs zur Tür und der Dinge geharrt, die da kommen mögen. Der Stabsunteroffizier hatte schon so ein Grinsen im Gesicht:
"So! Die Reviere und Stuben sehen saumäßig aus. Wir werden jetzt ein kleines Stuben- und Revierreinigen veranstalten. Zeitansatz: eine Stunde. Die Türen bleiben offen [(damit wir sehen, ob sich jemand verpißt)]. Fragen? ---
Keine?! 'Zwoter Zug Türen zu'!"

Türen zu? Alles klar - also hinsetzen und Däumchen drehen.
(P.S. Der Block ist sowieso einsturzgefährdet; wir dürften theoretisch gar nicht drin sein. Aber Hauptsache, der Block ist sauber, wenn er mal abgerissen wird)'

(Von Mark Morschhäuser)




Der dümmste Gefreite aller Zeiten, Teil 1

Ein Spass war es, als wir den wahrscheinlich dümmsten Gefreiten aller Zeiten verarschten. Der gute Mann hatte zum erstenmal GvD (Gefreiter vom Dienst, eine Art Telefonposten) und der UvD (Unteroffizier v. Dienst) war gerade nicht anwesend. Also: Im Dienstzimmer klingelt das Telefon. "Stabskompanie Panzerbrigade 34, GvD Gefreiter Stolberg."
"Hier ist General Motors, US-Army. Und gehen Sie gefälligst in Grundstellung, wenn Sie mit mir reden." Stolberg springt in Grundstellung. "Jawohl, Herr General."
"Sie gehen jetzt zum HG Butte, empfangen dort den Schlüssel zum Verfügungsraum und übergeben ihn dann an Major Nese!"
"Jawohl, Herr General."
Stolberg legt auf, verlässt das Dienstzimmer, sucht eine Viertelstunde nach dem HG Butte, findet ihn natürlich nicht, läuft auf der Suche nach dem "Schlüssel zum Verfügungsraum" (den gibt es gar nicht, Verfg.Raum ist ein taktischer Begriff für einen best. Punkt im Gelände) eine halbe Stunde lang durch die Kaserne, bekommt schliesslich erklärt, dass man ihn verarscht hat und kehrt wieder auf seinen Posten zurück.

(Von Klaus G.)




Der dümmste Gefreite aller Zeiten, Teil 2

Ein anderes Mal hatten die Leute von der Küche einen dieser Wackel-Dackel gekauft und auf die Theke vorn bei der Essensausgabe gestellt. Stolberg hatte so ein Viech noch nie gesehen, guckte ganz erstaunt und fragte: "Was ist denn das?"
Die Küchenjungs kannten ihn schon und erzählten ihm: "Das ist eine Überwachungskamera, die filmt alle Essenteilnehmer und funkt die Bilder direkt in die geheime Staatskartei."
Wir wollten es nicht glauben, aber Stolberg begann tatsächlich, die Tische auf Abhöreinrichtungen zu untersuchen, bis ihn der Küchenfeldwebel rauswarf!
Kein Gag, wir waren mindestens zwanzig Zeugen!
Seither war jeden Mittag und Abend ein atemberaubendes Schauspiel zu beobachten: Stolberg stand nach dem Essen auf, schaute unter den Tisch, unter den Stuhl, brachte sein Tablett weg, kam an den Tisch zurück, schaute abermals darunter und rückte den Stuhl hin und her, ehe er ging.

(Von Klaus G.)




Der dümmste Gefreite aller Zeiten, Teil 3

Ein anderes Mal kam er abends nach Dienstschluß auf mich zu und fragte: "Herr Hauptgefreiter, wo issen hier das Traditionseck?" (Er redete mich seltsamerweise immer so an, obwohl ich ihm öfters sagte "Junge, mach locker, ich bin doch auch nur Mannschaftsdienstgrad.") Ich sah ihn etwas erstaunt an: "Äh, Traditionseck? Gibts hier nicht." "Doch, der Leutnant Kaiser hat das aber gesagt." Es stellte sich folgender Hintergrund heraus: Wir hatten an jenem Tag ein Schiessen mit holländischen Soldaten und der Leutnant hatte beim Austausch der Siegerurkunden gesagt, die kämen ins "Traditionseck."
Stolberg war nun nicht davon abzubringen, dass es so ein Ding geben müsste und suchte das ganze Kompaniegebäude (vergeblich) danach ab.

(Von Klaus G.)




Der dümmste Gefreite aller Zeiten, Teil 4

Ziemlich zu Anfang seiner Dienstzeit, als er nach der Grundi zu uns kam, wollte er versetzt werden und zwar ins Kreiswehrersatzamt. Einige Monate zuvor hatte die Bw im Rahmen der Nachwuchswerbung/Imagepflege mal eine Aktion laufen, bei der Wehrpflichtige eine Telefonhotline besetzten und mit interessierten Leuten über ihren Dienst redeten. Stolberg hatte davon gehört und dachte nun, das sei ein permanenter Job, woraufhin er sich auf eigene Faust beim nächstbesten KWEA nach einer Planstelle erkundigte. Die verstanden das wohl falsch und sagten, ja, eine Planstelle als Wehrdienstberater, dotiert mit Fw/OFw sei zu besetzen. Stolberg stellte also treu und brav einen Versetzungsantrag, der bei uns im GeZi zuerst Kopfschütteln und beim Chef dann einen Wutanfall auslöste. "Was bildet der Mann sich ein, es kann doch nicht sein, dass die Leute hier auf eigene Faust den Dienstweg umgehen, da stünde ich ja eines Tages ohne Leute da..." so ging es einige Minuten. Wir im GeZi grinsten uns eins, es klang einfach herrlich, wenn unser guter Major bei solchen Anlässen explodierte wie eine Dynamitstange.
Anschliessend bestellte der Chef den armen Stolberg zu sich und erklärte ihm, dass es nicht angehe, wenn die Leute auf eigene Faust weglaufen. Stolberg nickte zu allem treudoof und als der Chef ihn zum Schluss fragte: "Haben Sie das verstanden?- Gut. Haben Sie noch Fragen?" äusserte er nur: "Ja - was ist denn jetzt mit meiner Versetzung?"
Wahrhaftig, ich hätte nie geglaubt, das unser dicker Major derartig wütend brüllen könnte :-)))
Wir erwarteten halb und halb, dass er den unseligen Stolberg gleich an seinen Jagdhund verfüttern würde, aber am Ende begnügte er sich mit einem Rausschmiss.
Ich nahm Stolberg, der ganz unglücklich und verständnislos in die Welt guckte, daraufhin beim Arm und führte ihn erstmal aus dem GeZi. Vor der Tür redete ich ihm noch ein wenig gut zu und schickte ihn dann wieder zum Dienst.

(Von Klaus G.)




Der dümmste Gefreite aller Zeiten, Teil 5

Das war wohl ein Fehler, denn seither hatte er Vertrauen zu mir gefasst und kam immer wieder mit den unglaublichsten Fragen zu mir, wie etwa dem erwähnten "Traditionseck" oder bei einer gemeinsamen Wache mit Uniformvorschriften. Ich machte daraufhin den nächsten Fehler und gab ihm die ZDV 37/10 "Anzugordnung" in die Hand. Er guckte ganz fasziniert auf die vielen bunten Bilder und am nächsten Morgen drohte mir der Streifenführer mit ewiger Rache, wenn ich ihn (in meiner Eigenschaft als stellv. Wachhabender) noch einmal mit Stolberg zusammen auf Streife schicken würde. Der Grund: Stolberg hatte ihn während ihrer nächtlichen Streifengänge ständig mit Fragen nach diversen Uniformen genervt!
Muss ich noch erwähnen, dass wir dem Mann vor jeder Wache den Schlagbolzen aus dem Gewehr genommen haben? PS: Ich weiss, das klingt abenteuerlich, aber es ist alles wahr und ich habe es selbst erlebt.

(Von Klaus G.)




Eichgeräte für Quecksilberthermometer

Ich war seinerzeit bei den Sanis in Stetten a. k. M., und wie ich so eines Tages mit meinen "Doppelpommes" auf der Schulter sitze, kommt doch so ein Fux rein und fragt mich, wo er denn Eichgeräte für Quecksilberthermometer (O-Ton Fux!!!) herbekommt. Kurze Zeit später kam dann einer von unseren Neu-Gefreiten und hat mich dann darüber aufgeklärt, dass ER den Fux telefonisch als HFw Haumichblau auf die Suche nach den Dingern geschickt hatte und der arme Soldat mächtig Anpfiff vom Oberstabsarzt für dumme Fragerei gekriegt hat..... *g*

(Von Markus M.)




Er druckt nicht...

Und es begab sich zu der Zeit, daß wir vom S6 (Computer, Drucker, Scheiße etc.) einen Bericht an den Kommandeur schreiben mußten über fehlende IT-Mittel und Ausstattung. Dank einer konsequenten Vorschrifteneinhaltung hatten wir es uns mit sämtlichen anderen Sachgebieten verscherzt. Unter anderem auch mit dem S4 (Nachschub Kaffee etc.)....
Und so kam es wie es kommen mußte: Das IT-Sachgebiet konnte seinen Bericht über fehlende IT-Mittel nicht schreiben, da Druckerpatronen fehlten. Selbige hielt nämlich der S4 eifersüchtig unter Verschluß - unter Berufung auf das Jahresbudget (es war Anfang Januar).

(Von OG H.)




'Quatsch dem Pastor nicht dazwischen...'

Wenn Bundeswehr-Soldaten beten, kann sich der Priester manchmal die Haare raufen. Ein Weihnachtsgottesdienst im Kosovo offenbarte, wie jetzt bekannt wurde, auf unfreiwillig komische Art mangelnde Glaubenskenntnisse. Der katholische Geistliche sprach vor den Soldaten, die meist aus den neuen Bundesländern kamen, den Segen 'Der Herr sei mit Euch...' und wartete auf Antwort - vergeblich, denn die Soldaten schwiegen. Nur einer erwiderte, wie es die katholische Liturgie vorsieht: '...und mit deinem Geiste'. Darauf rief ein Unteroffizier, sichtlich erbost über die seiner Meinung nach wohl unangebrachte Äußerung: 'Ruhe, quatsch dem Pastor nicht dazwischen'.

(Quelle: Recklinghäuser Zeitung, Radiobericht)




Bier, Steaks und Zigaretten

Nachdem ich und ein paar Kameraden nach ausgefüllten 9 Montaten in Grün im Stab eines Truppenübungsplatzes verdienterweise zu HGs befördert wurden, beschränkten sich unsere Aufgaben im allgemeinen auf Frühstück holen und Getränkeautomaten nachfüllen. Da die Dienstgrade natürlich auch nach Dienstschluss ihren Spaß haben wollten, waren 4 Schächte nicht mehr mit kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken sondern mit kohlesäurehaltigen Gerstenerzeugnissen gefüllt.
Eine unglückliche Verkettung von Zufällen wollte, dass ich und mein Kamerad den Auftrag erhielten, "Fleisch mit Brot fürs Frühstück" zu besorgen und irgendwann noch den Automaten aufzufüllen. Gesagt getan, gemütlich zum Metzger gefahren, auf dem Rückweg an den Schulen vorbei um Mädels anzugaffen und natürlich, um alle Tagesbefehle in einem Aufwisch zu erledigen, noch beim kaserneninternen Getränkefritzen vorbei und 2 Kästen Bier geholt. Zufällig musste es aber sein , dass just in diesem Moment das Kaffekränzchen der Kasernenchefs mit anderen NATO-Lamettahengsten zuende war und diese fröhlich plaudernd und unglaublich wichtig aussehend aus dem Gebäude traten in das wir im Begriff waren einzurücken.
Ich bin mir sicher, dass diese ihre Meinung über die Leistungsfähigkeit der deutschen Bundeswehr noch mal überdachten, als wir ihnen entgegenkamen: Kappen in der Tasche (wer setzt die schon auf dem Weg vom Auto ins Gebäude auf), Taschen offen, Schuhputz unter aller Sau, Bildzeitung untern Arm geklemmt und unfähig zu grüßen aufgrund der Überbeladung an Leberkäs- und Schnitzelwecken, Fleischsalaten, Brezeln und Bierkästen.
Mein Oberfeld, bis über beide Ohren grinsend, sah sich das Possenspiel von einem Fenster im ersten Stock genüsslich an und empfing uns mit den Worten: "Männer, sie wissen ja Bescheid: Wenn mich jemand sucht - ich bin nicht da."

(Von: HG M.)




G. Nickschuss

Es bagab sich, dass ein Oberfeldwebel, der den Abkürzungen der Bundeswehr zum Opfer fiel, einen Gefreiten mit Namen Nickschuss in das Zugführerbüro rufen wollte und mit kräftiger Stimme durch die Kompanie brüllte "G Nickschuss, sofort zum Zugführer!" - Nach einem kurzen Moment brach in der gesamten Kompanie lautes Gelächter aus. Gut, dass Gefreiter Nickschuss ein paar Tage später zum OG Nickschuss befördert wurde...!

(Von: Ex-HG Arne S.)




Carmageddon

Ich hatte mal eine echt seltsames Erlebnis, als ich in Stetten als Hallenwart meinen Dienst versah. Dazu muß man sagen, daß das der lockerste Job ist, den man sich vorstellen kann, weil man nichts anderes zu tun hat, als in der Sporthalle zu sitzen und darauf zu warten, daß sich jemand Geräte ausleihen will. Außerdem hatte ich die Erlaubnis des Hauptfeldwebels, meinen Privat-PC aufzubauen, da die Zeit dort sehr langweilig werden kann. So saß ich da eines schönen Tages friedlich im Geräteraum und zocke am Computer, als plötzlich ein Oberst die Halle betrat. Zuerst war ich ziemlich erschrocken, weil ich ihn nicht gehört hatte, sprang auf - nicht ohne dabei einen Stuhl umzuwerfen - und machte Meldung. Er ignoriert mich jedoch und schaut auf den Bildschirm:
"Was spielen sie da, Herr Gefreiter?"
- "Ähh Carmageddon, Herr Oberst."
"Gut, lassen sie mich mal ran."
Der Oberst geht also hin, stellt den Stuhl wieder auf und fängt an an meinem Computer zu zocken. Eine halbe Stunde verging, bevor sein Fahrer reinkam und ihn dann höflich auf die Uhrzeit hinwies, worauf er dann ziemlich hektisch die Sporthalle verließ.

(Von: Ex-HG Andreas W.)




 
'...so kann ich mich vor meinen Untergebenen nicht präsentieren...'

Ich hätte da noch was, was eigentlich in den Bericht der Wehrbeauftragten passen würde, vielleicht aber auch woanders hin. Die Geschichte ist (mir) in meiner alten Einheit passiert:
 (Zur Erklärung: Ich bin der Zeuge)
"Nach einer Feier kam ein völlig betrunkener Kaleu zum UvD. Da dieser der Disziplinarvorgesetzte des UvD war, befahl er ihm -unter Zeugen- ihm seine komplette Uniform zu übergeben, da die des Kaleu voll mit Alkohol getränkt war. Er begründete dies mit dem Satz:"... kann mich ja vor meinen untergeben Soldaten nicht so präsentieren...". Als der UvD dies nicht tat, drohte der Kaleu mit einer Klage vor dem Truppendienstgericht. Der Zeuge erklärte sich dann aufgrund der Situation zum Vorgesetzten über alle Anwesenden (siehe VVO, das geht!) und widerrief den Befehl des Kaleu. Weiterhin befahl er dem Kaleu das Feld zu räumen und auf seine Unterkunft zurückzutreten. Drei Wochen nach diesem Vorfall wurde der UvD des genannten Abends per Gerichtsbeschluss (TrpDstGericht) zum Matrosen degradiert und unehrenhaft entlassen, wegen Gehorsamsverweigerung und Verweigerung der Pflicht zum treuen Dienen. Der Zeuge wurde versetzt und bekam ein Disziplinarverfahren aufgebrummt, weil er sich widerrechtlich (???) zum Vorgesetzten seines eigenen Disziplinarvorgesetzten erklärte und diesen "ohne ersichtlichen Grund" zurechtwies."
Das Beste kommt aber jetzt erst: Der unehrenhaft entlassene Marinesoldat ist heute Major (beim Heer) in der vorgesetzten Dienststelle des Kapitänleutnant. Ich selbst wurde auf Empfehlung des Herrn Major sowie seines Vorgesetzten, einem Generalleutnant, ebenfalls zum Offizier ausgebildet. In etwa vier Wochen bin ich dann auch Kaleu...

(Thorsten)




 
Fertig machen zum raustreten...

Zu der allgemeinen Grundausbildung gehören gelegentliche Besuche auf der Schießbahn. In unserer Kompanie war es üblich, dass bei Schießbahnaufenthalten einer unserer vier Züge immer die Leitenden stellen musste, um zu verhindern, das während der Ausbildung Mist gebaut wird.
Morgens um halb Acht kam der Befehl: "Fertig machen zum raustreten". Wir legten den Nässeschutz und Gerödel an und warteten auf weitere Befehle. 30 Minuten vergingen, 60 Minuten vergingen. Der Zug saß, mittlerweile ohne Nässeschutz und Gerödel, immer noch auf den Stuben und wartete. So verging dann der Vormittag, bis ca. um 11.30 die Ausbilder von der Schießbahn zurückkehrten, damit sie auch die ersten beim Essen waren. Ein Rekrut, der zufällig über den Flur rannte, wurde gefragt, was er denn schon hier mache. Antwort: "Schon? Wir sind den ganzen Vormittag schon hier und warten, dass wir heraustreten sollen". Kurz darauf stand der ganze Zug vor den Stuben.
Es stellte sich heraus, dass man uns aufgrund unglücklicher Zufälle (Uffze wurden krank etc.) ganz einfach vergessen hatte. Keinem viel auf, dass statt3 Züge nur 2 (60 statt 90 Mann) auf der Schießbahn waren. Wir hatten auf jeden fall tierischen Spass, ganz im Gegensatz zu unseren Zugführern. Diese wurden nämlich vom Spieß tierisch zusammengestaucht. Und da beim Bund Scheisse bekanntlich immer von oben nach unten fällt, schissen diese die Ausbilder zusammen und diese dankten es uns mit einer Stunde Dienstverlängerung.

(Patrick D.)




Weihnachtsgebäck

Gegenüber des Dienstzimmers unseres KpTrp´s befand sich die Tür des Büro´s des KpChefs. Unser KpTrp war doppelt besetzt, da wie so häufig alle Soldaten, die irgendwie nicht zu gebrauchen waren, im Innendienst "untergestellt" wurden. Daher hatten wir auch den Stellv. KpTrpFührer immer "dabei", militärisch voll der Versager, wurde der Fw (auch Fw-Gott oder "der göttliche" genannt) im KpTrp "geparkt", konnte er sehr gut schleimen und alle möglichen Arbeiten für den Chef erledigen. Damit hat er sich seine Karriere bei der Bw gesichert. Wenige Tage nach Weihnachten steht auf ´nem Tisch im KpTrp eine Schüssel mit Weihnachtsgebäck. "Naja" haben wir uns gedacht, "wir sind ja alle Kameraden und da teilt man ja untereinander". Zur Nato-pause war die Schüssel schon halbleer, als plötzlich unser Feldwebelgott erschien und wegem den Plätzchen voll den Aufstand schob. Als im gleichen Moment die Tür beim chef aufging und der "göttliche" mit der Schüssel unter´m Arm und den Worten " Chef probieren sie mal, sind von meiner Frau!" dem Chef hinterher stürzte, war klar wohin der Hase lief... . Nachmittags war ausser mir keiner im KpTrp. Die Tür stand auf, ich hängt Zettel ans schwarze Brett schräg gegenüber, als der Chef und sein Stellv. in den KpTrp gehen. Ich bin kurz nachher mit Zettel aufhängen fertig, gehen in den KpTrp zurück und sehe wie die beiden Offiziere mit Hamsterbacken Plätzchen am kauen sind. Ich grinse mir eins, Chef grinst zurück, die beiden verlassen den KpTrp. Als sie ein paar Meter auf dem Gang gegangen sind (und wieder mit freiem Mund reden können) höre ich meinen Chef: "Sagen sie Herr Olt: der Feldwebel ist doch eine arme Sau. Wenn dem seine Alte genauso schlecht f***t wie sie Plätzchen backt." Olt: "Jo, Herr Hptm. Da ham´se Recht".



Führerschnur...

In unserem Bataillon (Fallschirmjäger) war es unter Abgängern üblich, während den letzten 3 Monaten der Dienstzeit eine sogenannte 'Abgängerschnur' gut sichtbar zu tragen. Die Kordel (je nach Kompanie in den Farben weiß, rot, grün, gelb oder blau) wurde an der Litze befestigt und das andere Ende mit dem daran befestigten Maßband in die Brusttasche gesteckt.
Eines Tages erklärte ich einer Kiste, das diese Schnur sozusagen eine Beförderung eines HG zum Unteroffizier darstellt (eine "Führerschnur"). Da momentan keine Uffz-Stellen frei wären, macht man mich mit dieser Kordel zum de-facto Vorgesetzten.
Die Kiste hat sich daraufhin tatsächlich beim Spieß gemeldet und auch eine solche Beförderung beantragt... gab ein Riesengelächter.

(KCW)

Vielen Dank für diese Geschichten an "Die Unmoralische"!

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